Euripides Iphigenia in Aulis 164-302

ed. Gilbert Murray

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Iphigenia in Aulis. Euripides. ed. Gilbert Murray. Oxford. 1913.

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Current edition Perseus

Ἰφιγένεια ἐν Αὐλίδι (Greek) (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. III. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1920-1978))

Translations (3)
Iphigenia at Aulis Perseus (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891. (Modernized by Perseus.)) — 164-300 focus
Iphigenia in Aulis (OCR draft) Experimental (Iphigenia in Aulis. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1845; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 2, Heidelberg: C. F. Winter, 1845. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 164 focus
Eben kam ich an Aulis'
Sandigen, meerumwogten Strand;
Ueber Euripos' schaumenden Sund
Sezt' ich, Chalkis verlassend,
Meine Stadt mit der schmalen Furth,
165
Welche die Flut Arethusa's, die 1
Nachbarin des Meeres, hegt.
Denn mich drångt' es, die Heerschaaren Achaa's,
Die schnellrudernden Meerschiffe der Halbgötter zu schaun,
Welche zum Land Troja's in dichtwimmelndem Zuge-
170
(So verkunden es unsre
Gatten) der blonde Held
Menelaos und Fürst Agamemnon hinaus
Führt, Helena wiederzufordern, die
Vom schilfreichen Eurotasſtrand 2
175
Paris, der Hirt auf Ida, geraubt,
Dem sie schenkt' Aphrodite,
Als an des Quelles thauendem Born
Kypris rang, um der Schöne Preis
Rang mit Pallas und Hera.
180
Erste Gegenstrophe.
Durch den opferberuhmten
Hain der Artemis eilt' ich her, 3
Von jungfräulich blühender Scham
Meine Wange gerdthet,
Um der ehernen Schilde Wehr
185
Und der Gewaffneten Zelt', und der
Rosse streitbares Heer zu schaun.
Hier erblickt' ich die zween Ajas vereinigt,
Deleus' Sprößling, und dich, Telamon's Sohn, Salamis'
Kranz;
Ihnen gesellt, lagerte sich Protesilaos; 4
190
Er vergnugt' an des Bretspiels
Wechselnden Bildern sich,
Palamedes mit ihm, den Poseidons Sohn 5
Erzeugt. Diomeden auch sah ich dort
Sich erfreun an des Diskos Lust,
195
Dann Meriones, Ares' Sohn, 6
Ihn, ein Wunder den Menschen,
Dich, von den Inselbergen entschifft,
Sohn des Lartios, dich zugleich, 7
Nireus, Schönster in Hellas! 8
200
Schlußgefang.
Ihn, schnell, wie das Wehen des Windes,
Den flüchtigen Kenner Achilleus,
Den Nereus' Tochter gebar,
Cheiron bildete, sah ich,
Als er über die Kiesel
205
Am Gestade dahin
Hurtig rannt' in den Waffen.
Dem vierspånnigen Wagen
Schwang er sich nach um die Wette,
Schwang sich sturmend dem Sieg nach.
210
Doch der Wagenführer rief,
Pheres' Enkel, Eumelos; ich sah,
Wie die schönsten Rosse der,
Wunderwürdig prangend mit goldnen Baumen
Trieb mit geißelndem Schwung:
215
Die zweie mitten am Joch
Mit weißscheckigem Haar gefleckt,
Die äußern, die sich am Seil
Gleich hin drehten auf krümmender -Bahn,
Röthlichbehaart und am Hufe mit farbigen
220
Flecken gesprenkelt. An ihnen vorüber schwang
Sich der Pelcid' in den Waffen am Kranze des
Wagens und der Råder Naben.
Zweite Strophe.
Auch der Schiffe Zahl erblickten wir,
Sahn den unaussprechlichen
225
Wunderanblick, daß unser Auge sich
An dem holden Zauber såttige.
Rechts der Flotte Plan
Nahm mit funfzig stürmenden
Schiffen, von Phthiotis ausgesandt,
230
Ein der Myrmidonen Kriegesgott. 9
Und in goldhellen Bildern thronten hoch,
Als Achilleus' Heeresmal,
Nereus' Tochter auf dem Hinterschiff.
Zweite Gegenstrophe.
Argos' schnelle, wohlgeruderte
235
Schiffe standen nah dabei;
In den Streit führte sie Mekistes' Sohn, 10
Den sein Ahnherr Talaos erzog,
Und des Kapaneus
Sprößling, Sthenelos. Sofort
240
Hatte sechzig Schiff aus Attika
Theseus' Sohn am Ufer hingereiht; 11
Pallas, hoch stehend auf geflugeltem
Wagen, ist der Schiffe Bild,
Heilverkundend auf der Meeresfahrt.
245
Dritte Strophe.
Auch Bootia's Kriegerslotte dann,
Fünfzig Meeresschiffe, sahen wir,
Mit edlen Bildern wohl geschmuckt;
Kadmos, Thebe's Ahn,
Stand mit goldner Schlange dort
250
Auf der Schiff' hohem Steuer.
Leïtos, der Erdensohn, 12
War des Schifferheeres Fürst.
Aber aus der Phoker Land
Und Lokris kam Dïles' Sohn
255
Mit der gleichen Zahl von Schiffen her,
Aus dem hehren Thronion.
Dritte Gegenstrophe.
Aus Mykene's Stadt, die Kyklopen einst
Bauten, sendet Krieger, wohl geschaart
In hundert Schiffen, Atreus' Sohn.
260
Wie der Freund dem Freund,
War Adrastos ihm gesellt,
Daß er sie, die der Heimat
Um die fremde Lieb' entfloh,
Wiederfordre mit Gewalt.
265
Nestor's auch, des Pyliers,
Geschwader sah ich, das am Steuer
Alpheos, den nachbarlichen Gott,
Mit des Stieres Füßen trug.
Schlußgesang.
Dann die zwölf Aenianenschiffe noch 13
270
Sah ich, deren Führer Guneus war;
Und an diese wiederum
Reihten sich von Elis' Flur
Fürsten, die das ganze Volk Epeier nennt; 14
Eurytos beherrschte diese.
275
Kriegsvolk der Taphier
Mit weißen Rudern führt' heran
Ihr Herrscher Meges, Sohn des Phyleus,
Aus der Echinaden Bucht,
Wo der Schiffer nie zu landen wagt. 15
280
Ajas, welchen Salamis gebar,
Schloß den rechten Heerflügel an den linken an,
In dessen Nåh' er die lezten
Ruder hielt, in Hellas' Flotte zwölf
Leichtgewandte Schiffe flechtend.
285
So hort' ich, also sah ich selbst
Dort das Schifferheer.
Welcher Kahn vom fremden Land
Diesem kühn entgegentreibt,
Kehrt zur Heimat nicht zurück.
290
Solch gewaltige Segelmacht,
Als ich hier gesehen,
Dies vereinte Kriegesheer, nimmermehr wird es mir
Aus der Erinnerung daheim entschwinden.
Menelaos, der Greis, der Chor.