Ich trag', Orestes, wahrlich Scheu vor deinem Haupt,
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Und dulden will ich deine Noth mit dir vereint.
Denn also muß man blutsverwandter Freunde Leid
Gemeinsam tragen, wenn die Kraft ein Gott verleiht,
Die Feinde todtend, wenn es gilt, und sterbend auch.
daß die Gotter mir die Kraft verliehen nur!
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Denn ganz entblößt von Streitgenossen komm' ich her,
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In tausend Müh'n umirrend, mit der kleinen Macht
Der Kriegsgefährten, welche mir noch übrig blieb.
So möchten wir denn Argos Heer in offnem Kampf
Nicht überwinden; aber daß ein mildes Wort
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Den Sieg verschaffen könne, das vertrau' ich fest.
Wie möchte Jemand Großes mit geringer Kraft
Besiegen? Unklug wär' es, das zu wollen nur.
Denn wann das Volk aufbrausend schäumt in wildem Zorn,
Nicht leicht zu dämpfen ist es, gleich entflammter Glut;
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Doch wenn du ruhig vor dem unmuthschnaubenden
Schmiegsam zurücktrittst, und die gute Zeit gewahrst;
Mag wohl die Wuth verhauchen, und, hat's ausgetobt,
So wirst du leicht es lenken, wie es dir gefällt.
Ihm wohnt das Mitleid, ihm der Zorn im Busen auch;
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Wer wohl die Zeit abwartet, wählt das Beste sich.
Nun geh' ich, Argos' Bürger und Tyndareos
Für dich zu stimmen, ihren Groll zu måßigen.
Ein Schiff, an dem du mit Gewalt die Segel spannst,
Sinkt unter; nimm die Segel bei, so hålt es Stand.
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Die Götter hassen ungemessnen Uebermuth,
Der Bürger hast ihn; wisse denn, nicht eitler Troz,
Der Macht geboten, nur die Klugheit rettet dich.
Ich möchte, wie du wahnst vielleicht, nicht durch Gewalt
Dich retten; nicht leicht ist es ja, mit Einem Speer
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Die Leiden überwinden, die dich rings umdrohn.
Mit sanften Worten hab' ich Argos Volke noch
Niemals geschmeichelt; aber nun gebeut die Noth,
Die weise Männer dem Geschick sich fügen lehrt.
(ab.)
Drestes.
du, in Nichts erfahren, als der Frau zulieb
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In's Feld zu ziehen, feig, dem Freunde beizustehn, -
Du fliehst mich abgewendet? Was du, Vater, thatst,
Hin ist es; freundlos wurdest du durch deine Noth!
Ich bin verrathen, keine Hoffnung, keine mehr,
Wohin ich fliehen, wie dem Tod entrinnen soll:
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Die lezte Zuflucht ruhte mir auf diesem Mann.
Doch hier erblick' ich Pylades, den theuersten
Der Menschen, der von Phokis her im Laufe naht:
O süßer Anblick! Holder ist, als stilles Meer
Nach Sturm den Schiffern, ein in Noth getreuer Freund.
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Pylades.
Orestes. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .