Euripides Orestes 507

Johann Jakob Christian Donner (Translator)

Nur dieses Eine frag' ich, o Menelaos, dich:
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Wenn irgendwen die eigne Gattinn mordete,
Und dessen Sohn die Mutter tödtet wiederum,
Und wenn des Mörders Sprosse dann mit Morde Mord
Vergalte; wo erreichte solche Wuth ihr Ziel?
Die grauen Våter haben's wohl geordnet so:
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Wer einen Mord begangen, durst' im Volke nicht,
Vor keines Menschen Angesicht erscheinen; ihn
Reinigte Verbannung, nicht mit Mord vergalt man ihm.
Denn stets verfallen blieb dem Tod der Eine sonst,
Der seine Hand befleckte durch den lezten Mord.
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Ruchlose Weiber hass ich und am ersten sie,
Sie, meine Tochter, die den Ehgemahl erschlug;
Nie loben werd' ich deine Gattinn Helena,
Niemals ein Wort ihr gonnen, noch dich preisen, daß
Du für das schnode Weib hinaus gen Troja zogst:
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Doch schirmen werd' ich das Gesez nach bester Kraft,
Und diese thierisch wilde Lust nach Menschenblut
Bezähmen, welche Stadt und Land Verderben bringt.
Doch welcher Geist war's, der dich trieb, Unseliger,
Als deine Mutter dir die Brust entgegenbot,
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Und fleht'? Ich habe nicht gesehn das Gråßliche;
Doch schmilzt in Gram mein altes Auge thránend hin.
Eins aber ist, was meinen Worten Kraft verleiht:
Dich haßt die Gottheit, und in Wuth und Schrecknissen
Umirrend, büßest du die Schuld. Was soll ich hier
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Noch andre Zeugen hören, wo das Auge sieht?
So merke dir, Menelaos: widerseze dich
Den Göttern nicht, indem du diesem helfen willst;
Laß ihn gesteinigt fallen durch der Bürger Hand;
Wo nicht, betritt des Sparterlandes Gränze nie.
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Wohl wurde meiner Tochter ihr verdientes Loos;
Doch Ungebühr war's, daß sie starb von seiner Hand.
Ich war in allem Andern ein beglückter Mann;
In meinen Töchtern ist das Glück zuwider mir.

Orestes. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .

Current edition Experimental

German (J. J. C. Donner, 1841; OCR review) (OCR draft) (German) (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 1, Heidelberg: C. F. Winter, 1841. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.)

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Editions (1)
Ὀρέστης Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. III. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1920-1978)) — 348-806 focus
Translations (2)
Orestes Perseus (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891. (Modernized by Perseus.)) — 348-805 focus
Orestes (OCR draft) Experimental (Orestes. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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