Wo waret ihr im Hause, Phryger, beizustehn?
1
1455
Der Phryger.
Wir stürzten bei dem Schrei mit Hebeln ein
2
Des Hauses Thor' und Pfosten, wo wir lang geweilt,
Und rannten lärmend durch das Haus, von hier, von dort,
Der Steine, Wurfspieß' Andere,
Und der in Hånden haltend ein gezücktes Schwert.
1460
Doch uns entgegen
Trat Pylades, ungebeugt, wie Hektor,
Wie Ajas mit dreifachem Busch des Helmes,
Den einst an Priamos' Thoren ich gesehn, gesehn;
Unsre Schwerterspizen trafen sich.
1465
Da, da ward es offenbar,
Wie phrygisches Volk in den Kämpfen des Ares
3
Unmächtiger ist, als Hellas' Speer.
Der flüchtete, der lag wundenbedeckt,
Der todt, der fleht', als wäre sein Flehn
1470
Schuz wider den Tod.
Wir floh'n in dunkle Nacht hinein;
Viel Todte sanken; Andre wankten; Mancher lag.
Aber in's Haus daher eilte Hermione,
Zum Mord, der die Arme hinstrecken soll,
1475
Welche sie einst gebar.
Und rennend, gleichwie Bacchen ohne Thyrsos
Junges Wild der Berge greifen,
Ergriffen sie das Mädchen, eilten dann zurück,
Die Tochter Zeus' zu morden.
1480
Doch die war aus dem Palast
Entschwunden durch des Hauses Räume,
( Zeus und Erd' und Licht und Nacht!)
Sei's durch Zaubermittel,
Oder Kunst der Mager, oder Götterraub.
1485
Was nun geschehn, ich weiß nicht;
Denn flüchtend stahl ich aus dem Hause mich hinweg.
Ja, herb' ist, herbe das Leid,
Das Fürst Menelaos erfuhr,
Der nun aus Troja umsonst
1490
Seine Gattinn heimgeführt.
Chor.
Dsiehe! Neues folgt bereits auf Neues nun:
Denn aus dem Hause seh' ich schwerbetroffen dort
Orestes schreiten, in der Hand sein dunkles Schwert.
Drestes.
Orestes. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .