Halt ein! Vor Allem muß ich Eins dir tadeln, wenn
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Du wähntest, daß ich leben wolle, wenn du stirbst.
Orestes.
Warum mit mir zu sterben, Freund, gebührte dir?
Pylades.
Du fragst? D Freund, wie kann ich leben ohne dich?
Drestes.
Du schlugest deine Mutter nicht, wie ich gethan.
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Pylades.
Mit dir vereinigt: Gleiches muß ich dulden auch.
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Drestes.
Zu deinem Vater kehre heim, stirb nicht mit mir:
Du hast noch eine Vaterstadt, ich keine mehr,
Ein Vaterhaus noch, und des Reichthums großen Port.
Zwar nicht erhältst du dieser Unglucksel'gen Hand,
Die, deine Freundschaft ehrend, ich dir zugesagt:
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Zum Kinderzeugen suche dir ein andres Weib;
Nicht mein Verwandter wirst du mehr, noch deiner ich.
So lebe wohl in der Freude, trautes Bruderherz:
Wir können dieses nimmer, doch du kannst es noch;
Denn uns Gestorbnen lächelt nicht die Freude mehr.
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Pylades.
Was meine Worte wollten, hast du nicht erkannt.
Fruchtbares Erdreich moge nie, noch helle Luft,
Mein Blut empfangen, wenn ich je verrathe dich,
Dich je verlasse, mich errettend aus der Noth!
Ich habe mitgemordet, ja, ich låugn' es nicht,
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Und Alles rieth ich, was du jezt abbüßen mußt,
Und sterben muß ich denn mit dir und dieser auch.
Sie, deren Hand du mir gelobt, ich achte sie
Als meine Gattinn. Wie beschont' ich meine That,
Nach Delphis kommend auf die Burg von Phokis, wenn
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Ich euer Freund war, eh die Noth euch heimgesucht,
Und jezt in deinem Leide dich verläugnete?
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Ha, nimmer! Euer Schicksal ist das meinige.
Nun, da wir sterben sollen, laß uns noch zuvor
Berathen, wie Menelaos mit unglucklich wird.
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Drestes.
Geliebter, könnt' ich sterben, wenn ich Das gesehn!
Pylades.
So folg' und halte noch zurück den Todesstok!
Orestes.
Ich warte, wenn ich an dem Feind mich råchen kann.
Pylades.
Sei stille: denn den Weibern trau' ich wenig nur.
Drestes.
Nicht fürchte diese; denn sie sind uns wohlgesinnt.
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Pylades.
Orestes. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .