Doch als wir weder allzufern, noch nahe mehr
Am Lande waren, fragte so der Steuermann :
1480
„Verlangst du weiter, oder ist es also recht,
O Fremdling? Denn des Schiffes Hut ist dir vertraut."
Der rief:,,genug mir!" zückte mit der Hand den Stahl,
Und schritt zum Bug des Schiffes, und ergriff den Stier,
Und keines Todten gedenkend, stieß er ihm das Schwert
1485
Die Kehl' hinab, und flehte: „Meerbewohnender
Seegott Poseidon, keusche Nereïden ihr,
Aus diesem Lande rettet mich nach Nauplia
Mit meiner Gattin!" Und des Opferthieres Blut
Sprang, heilverkundend seiner Fahrt, in die Wellen hin.
1490
Und Einer sprach so: „Diese Schifffahrt ist Betrug.
Zuruckgesegelt! Also ziemt's. Gebiete du,
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Und wende du das Steuer!" Atreus' Sohn, nachdem
Der Stier entseelt gesunken, rief den Freunden zu:
1495,Was säumt ihr langer, Blüthe vom Hellenenland,
1495
Die Fremden hinzuschlachten und vom Schiff hinab
Ins Meer zu sturzen?" Doch der Rudermeister rief
Ein ganz verschiedenlautend Wort den Deinen zu:
„Ergreift von euch nicht endlich Einer Stang' und Brett,
Berschellt die Bänke, reißt vom Pflock das Ruder ab,
1500
Und fårbt den wilden Feinden blutigroth das Haupt?"
Da stürmten all' auf, unsre Leute wohlbewehrt
Mit Ruderstangen, Schwerter schwang die fremde Schaar;
Die Barke schwamm im Blute. Laut vom Spiegel her
Rief Helena: „Wo blieb er, euer Troërruhm?
1505
Zeigt ihn der fremden Horde!" Heiß erglüht der Kampf,
Die stürzten, Andre hoben sich, die sahst du todt
Am Boden liegen. Atreus' Sohn, bewaffnet, spåht,
Wo seine Kampfgenossen Noth erduldeten;
Dorthin, den Stahl in hoher Rechten, eilt er dann,
1510
Und aus dem Schiffe stürzt er uns, und leerte rings
Von deinem Volk die Ruder, schritt zum Steuer hin,
Und rief: „nach Hellas zugewandt des Schiffes Lauf!"
Man stellt den Mastbaum, gute Wind' erhoben sich;
So stießen sie vom User. Ich entrann dem Tod,
1515
Und ließ am Ankertaue mich in's Meer hinab.
Und schon ermatten wollt' ich; da bot Einer mir
Ein Seil, und zog mich aufwärts, und ich stieg an's Land,
Dir dieses kundzumachen. Traun, den Sterblichen
Ist weises Mißtraun allezeit das Heilsamste.
1520
Chor.
Ich ahnte niemals, König, daß Menelaos dich
Und uns beruckte, wie er hier uns hinterging.
Theoklymenos.
Helen. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .