Euripides Iphigenia in Tauris 295

Johann Jakob Christian Donner (Translator)

Wir, uns zusammenschmiegend, wie von Furcht betaubt,
Verharrten ruhig. Aber er entbloßt das Schwert,
Sturzt auf die Rinder mitten los, dem Lowen gleich,
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Und haut mit Stahl in die Weichen, sturmt in die Seiten ein,
Als wehr' er so der Eumeniden Wuth sich ab,
Daß hoch das Meer von rothem Blutschaum überwallt.
Und nun bewaffnet jeder Mann zum Streite sich,
Sobald er stürzen unsre Heerd' und sterben sieht,
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Und blåst die Muscheln und beruft des Landes Volk; 1
Denn wider wohlgenährte, junge Fremdlinge
Erschienen Rinderhirten allzuschwach im Kampf. 2
Und unser viele wurden wir in kurzer Zeit.
Da stürzt der Fremdling nieder, frei der tollen Wuth,
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Sein Kinn von Schaume triefend. Als wir so nach Wunsch
- Ihn liegen sahen, mühte sich ein Jeder ab
Mit Wurf und Stoße. Doch der Andre, sein Genoß,
Wischt ihm den Schaum ab, und bemüht sich viel um ihn,
Und hullt in seiner Mäntel schön Geweb' ihn ein,
300
Und merkt auf alle Wunden, die dem Freunde drohn,
Und nimmt mit jedem Dienste sich des Theuren an.
Nun rafft der Fremdling, wieder sein bewußt, sich auf,
Erkennt die Feindeswoge, die heran sich wålzt,
Das Ungewitter, das so nah' um beide schwebt,
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Und stöhnt; wir Andern warfen Stein' ohn' Unterlaß,
Und hier und dort, auf allen Seiten drångten wir.
Da drohnt der grausenvolle Ruf in unser Ohr:
,,Wir sterben, Pylades; aber laß den schönsten Tod
Uns sterben! Mir nach, in der Hand das Schwert gezickt!"
310
Und als wir zwei geschwungne Feindesschwerter sahn:
Durch felsig Waldthal stürzten wir in jåher Flucht.
Doch, floh der Eine, drang ein Andrer rasch herbei,
Die Fremden werfend; wann sie den zurückgedrängt,
So warf mit Steinen wiederum, wer nun entwich.
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Doch war es ganz unglaublich, daß von tausenden
Nicht Eine Hand der hohen Göttin Opfer traf.
Kaum konnten wir sie zwingen, nicht durch Tapferkeit;
Sie rings im Kreis umschließend, schlugen wir die Wehr
Aus ihrer Hand mit Steinen, und ermattet sank
320
Ihr Knie zur Erde. Wir geleiten sie darauf
Zum Landesherrscher. Dieser sieht und sendet sie
Sofort zum heiligen Wasser und als Opfer dir.
Doch flehe, Jungfrau, daß es dir an Solchen nie
Zum Opfer mangle; wenn du solche Fremdlinge
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Hinschlachtest, dann büßt Hellas deinen Opfertod,
Und zahlt die Strafe deines Falls in Aulis' Bucht.

Iphigenia in Tauris. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .

Current edition Experimental

German (J. J. C. Donner, 1845; OCR review) (OCR draft) (German) (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 2, Heidelberg: C. F. Winter, 1845. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.)

Provisional text from uncorrected OCR; expect errors.

Editions (1)
Ἰφιγένεια ἐν Ταύροις Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. II. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1921-1962)) — 236-391 focus
Translations (2)
Iphigenia Among the Tauri Perseus (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891. (Modernized by Perseus.)) — 236-390 focus
Iphigenia in Tauris (OCR draft) Experimental (Iphigenia in Tauris. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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Notes on the current edition

Iphigenia in Tauris

1. [OCR note; compare the printed page.] Und bläst die Muscheln, welcher man sich, vor Erfindung der Trompete, zum Lärmblasen bediente. Compare printed p. 134
2. [OCR note; compare the printed page.] Unders: Bedünkten Rinderhirten uns zu schwach im Kampf. Compare printed p. 134