Euripides Electra 487-698

ed. Gilbert Murray

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Electra. Euripides. ed. Gilbert Murray. Oxford. 1913.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by The Annenberg CPB/Project.

Current edition Perseus

Ἠλέκτρα (Greek) (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. II. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1921-1962))

Translations (3)
Electra Perseus (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891. (Modernized by Perseus.)) — 487-695 focus
Electra (OCR draft) Experimental (Electra. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1852; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 3, Heidelberg: C. F. Winter, 1852. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 487 focus
Wo weilt die Jungfrau, meine hohe Gebieterin,
Die Tochter Agamemnons, den ich einst erzog? 1
Welch steilen Ausgang hat man doch zu diesem Haus,
480
Wie schwer zu klimmen für des Greises matten Fuß!
Doch muß ich wohl zu Freunden ohne Weigerung
Den krummen Rücken schleppen und das måde Knie.
O Tochter - eben seh' ich ja vor'm Hause dich! -
Ich komm' aus meiner Heerde dir ein junges Lamm
485
Zu bringen, das ich seiner Mutter Brust entzog,
Und Kuchen, Kås auch, den ich aus den Körben nahm, 2
Und diesen alten langbewahrten Bacchosschaz,
Der lieblich duftet; wenig nur; doch mundet wohl
Davon ein Becher, beigemischt dem schwächern Trank. 3
490
Geh' Einer, bringe den Fremden dies in's Haus hinein!
Ich will indeß mit meines Rockes Zipfel hier
Mein Auge trocknen, welches feucht von Thränen ist.
Du redest nicht, wie's klugen Männern ziemt, o Greis:
515
Du meinst, Aegisthos fürchtend, sei mein muthiger
Orestes heimlich angelangt in diesem Land?
Und dann sein Haar, wie glich' es meinem Haare wohl?
Er wuchs im Ringplak, edler Våter Kind, heran;
So ward es rauher: meines blieb vom Kamme zart.
520
Auch findest du bei Vielen gleiches Haar, o Greis,
Die doch von Einem Blute nicht entsprossen sind.
Wo sind die fremden Männer? Denn ich will sie sehn,
Und deines Bruders wegen mich erkundigen.
Du kamst endlich, Tag, kamest in spåter Zeit!
Du strahltest herauf, du zeigst dem Volk
Ein glanzhelles Licht, ihn, der in langer Flucht,
Fern vom Hause des Vaters, ach!
Umherirrend, wiederkam!
580
Ein Gott, ja, ein Gott bringt unseren Sieg,
O Freundin, zurück!
Hebe die Hånde, hebe das Wort,
Sende Gebete himmelan, daß mit Glück,
Mit Glück der Bruder einzieh' in der Våter Stadt!
585
Wohlan! Des Grußes holde Lust ward mir zu Theil,
Und spåt hernach noch wollen wir die Lust erneu'n.
Nun aber, Alter, der so ganz gelegen kam,
Sprich, wie des Vaters Mörder ich bestrafen mag,
Und wie die Mutter, die des Frevlers Lager theilt?
590
Sind wohl in Argos Freunde mir noch zugethan?
Ach, oder schwand mir Alles, wie mein Gluck, dahin?
Wem zugesellen darf ich mich? Nachts oder Tags?
Auf welchem Pfade stürzen wir auf meinen Feind ?
Wie geb' ich nun auf Einmal ihr und ihm den Tod?
Zeus, meiner Ahnen Gott,
Der über meine Feinde mir den Sieg verleiht,
Erbarm dich unser: jammervoll fiel unser Loos!