Wo weilt die Jungfrau, meine hohe Gebieterin,
Die Tochter Agamemnons, den ich einst erzog?
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Welch steilen Ausgang hat man doch zu diesem Haus,
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Wie schwer zu klimmen für des Greises matten Fuß!
Doch muß ich wohl zu Freunden ohne Weigerung
Den krummen Rücken schleppen und das måde Knie.
O Tochter - eben seh' ich ja vor'm Hause dich! -
Ich komm' aus meiner Heerde dir ein junges Lamm
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Zu bringen, das ich seiner Mutter Brust entzog,
Und Kuchen, Kås auch, den ich aus den Körben nahm,
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Und diesen alten langbewahrten Bacchosschaz,
Der lieblich duftet; wenig nur; doch mundet wohl
Davon ein Becher, beigemischt dem schwächern Trank.
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Geh' Einer, bringe den Fremden dies in's Haus hinein!
Ich will indeß mit meines Rockes Zipfel hier
Mein Auge trocknen, welches feucht von Thränen ist.
Elektra.
Was preßt dir, Alter, Thränen aus? Wohl mahnte dich's
An meine Leiden wiederum nach langer Zeit?
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Wohl jammert dich Orestes' unglucksel'ge Flucht,
Wohl auch mein Vater, den du einst im Arme trugst
Und dir und deinen Freunden fruchtlos auferzogst?
Der Greis.
Fruchtlos, ja wohl! Doch nicht versagen konnt' ich's mir:
Ich ging, vom Weg' ablenkend, seinem Grabe zu,
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Und kniete hin und weinte, weil Niemand mich sah;
Und aus geldstem Schlauche, den ich bringe hier,
Wein spendend, legt' ich um die Gruft der Myrte Zweig.
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Doch nun gewahrt' ich auf der Brandstatt selbst ein Schaf,
Von Wolle schwarz, als Opfer, frisch vergoßnes Blut,
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Und abgeschor'ne Locken auch von blondem Haar,
Und staunte, Tochter, welcher Mensch den Muth gehabt,
Zu nah'n dem Grabe. Sicher kein Argeier war's;
Wohl aber kam dein Bruder ingeheim vielleicht,
Und ehrte seines Vaters unglückselig Grab.
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Sieh diese Locken, lege sie zu deinem Haar,
Ob dies dem abgeschor'nen gleich an Farbe sei.
Denn, die von Eines Vaters Blut entsprossen sind,
Sind meist in Allem an Gestalt und Art sich gleich.
Elektra.
Electra. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .