Und spåterhin gebar sie keinen andern Sohn.
Jon.
Wie, wenn ihn Phobos heimlich ſtahl und auferzog?
355
Kreusa.
War's recht, allein genießen, was gemeinsam ist?
Jon.
Wie stimmt (o Jammer!) dies Geschick zu meinem Loos!
Kreusa.
Auch dich verlangt nach deiner armen Mutter wohl.
Jon.
O wecke nicht mein Leiden, das entschlummert war!
Kreusa.
Ich schweige; du vollende, was ich dich gefragt.
360
Jon.
Du weißt, was mehr als Alles dir entgegen ist?
Wo blühte Hoffnung jener Ungluckseligen?
Enthüllt der Gott wohl, was er will, daß dunkel sei?
Kreusa.
Wenn sein Orakel allem Volk in Hellas tont.
Son.
Er schämt sich dieser Sache; dringe nicht in ihn.
365
Sie gråmt sich über ihr Geschick, die solches litt.
Jon.
Wohl wirst du Niemand finden, der dir das enthullt.
Der Gott, im eignen Hause solcher Schuld geziehn,
Er würde jenem, welcher dir's verkündigte,
Mit Recht ein Leid zufügen. Drum entferne dich:
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Nicht fragen darfst du, was dem Gott zuwider ist.
Denn bis zu solchem Thorenwahn verirrten wir,
Wenn wir die Götter zwången, was sie nicht gewollt,
Uns aufzuschließen, sei es durch geschlachtete
Lammopfer an Altaren, sei's im Vogelflug.
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Denn was wir troz den Göttern mit Gewalt erstrebt,
Das ist ein Schein, ein wesenloses Gut, o Frau;
Nur was sie willig geben, ist ein Segen uns.
Der Chor.
So vielen Menschen ward verhångt so viele Noth,
Nur nach der Art verschieden; doch ein dauernd Glück,
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Das triffst du wohl im Menschenleben nimmermehr!
Kreusa.
O Phobos, unrecht handelst du, so dort als hier,
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An jener Fernen, deren Wort ich hier vertrat.
Du rettest nicht den Deinen, den du retten sollst,
Und gibst, ein Seher, seiner Mutter nicht Bescheid,
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Daß ihm ein Grabmal würde, wenn er starb, und wenn
Er lebt, der Mutter Augen einst ihn wiedersåh'n.
Nun - muß ich's gehen lassen, wenn des Gottes Mund
Sich weigert mir zu sagen, was ich wissen will.
Doch, Freund, ich sehe meinen edeln Gatten hier,
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Den Xuthos, nahe, welcher aus Trophonios'
Erdkluft zurückkehrt; schweige gegen ihn davon,
Was wir verhandelt, daß die Schmach nicht haft' an mir,
Als schwazt' ich Heimlichkeiten aus, und unser Wort
Nicht also, wie wir's sprachen, ausgebreitet wird.
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Denn Männern gegenüber ist der Frauen Stand
Beklagenswerth: auch gute werden mitgehaßt
Im Schwarm der bösen: so betrübt ist unser Loos.
Xuthos. Kreusa. Ion. Der Chor.
Xutho's.
Empfange meiner Huldigungen Erstlinge
Ion. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .