Der Bote.
Bereitet waren Opfer schon vor Zeus' Altar,
Das Haus zu sühnen, weil Herakles Thebe's Herrn
Erschlagen und geworfen aus des Hauses Thor.
Dort stand der Kinder schöner Chor und Megara,
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Dort auch der Vater; um den Altar war bereits
Der Korb getragen, und in Andacht schwiegen wir.
Und als Herakles mit der Hand die Fackel nun
Ergriffen, sie zu tauchen in die heil'ge Flut:
So stand er stille. Wie der Vater zögerte,
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Da blickten auf die Kinder. Doch er war nicht mehr
Er selbst; in Wahnsinn rollte wild sein Aug' umher,
Und, blutigrothe Blicke weit hinausgesandt,
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Beträufelt' er das schonumlockte Kinn mit Schaum.
In grasser Wuth auflachend rief er dann das Wort:
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„Was opfr' ich, Vater, eh' Eurystheus blutete,
Ein sühnend Opfer, und warum zwiefach mich muh'n,
Nun ich mit Einmal Alles wohl vollenden kann?
Nein, wenn ich meines Drångers Haupt hiehergebracht,
Entsündig' ich von diesem Blute meine Hand.
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Gießt aus das Opfer, werft die Korb' aus eurer Hand!
Wer gibt mir Pfeil und Bogen, wer des Armes Wehr?
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Gen Argos eil' ich. Hebel, Hacken nehmt zur Hand,
Daß wir die Mauern, die Kyklopenhand' erbaut,
Mit Meißel einst und rothem Richtscheit wohlgefügt,
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Zusammenschmettern auf den Grund mit krummem Stahl!"
Dann schritt er nach den Rossen, (also gab er vor,
Man sah sie nicht,) bestieg des Wagens hohen Siz,
Und trieb, als führte seine Hand den Stachelstock.
Doch Furcht zugleich und Lachen kam die Diener an,
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Und Mancher sagte, hingewandt zum Anderen:
„Rast unser König oder treibt er Scherz mit uns?"
Herakles aber schritt im Haus hinab, hinauf,
Und stürzte mitten in den Saal und kam zur Stadt
Des Nisos, sagt er, war er gleich in seinem Haus.
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Dann legt er sich zu Boden, wie er ist, und läßt
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Ein Mahl bereiten; doch er weilt nur kurze Frist,
Und zieht im Geist nach Isthmos' wald'gen Ebenen.
Und dort des Kleiderzwanges sich entledigend,
Ringt er mit - Niemand, und verkundet frohen Sieg,
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Sein eigner Herold, rufend: „hort!" wo nirgend sich
Ein Hörer findet. Dann bedroht' er Argos' Herrn
Graunvoll, und war in Argos, wie er wähnt. Sofort
Ergriff der Vater seine Heldenhand und sprach:
„Mein Sohn, was ist dir? Welche Art von Wanderung
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Ist das? Zu Wahnsinn hat der Mord dich wohl berückt,
Den eben du begangen?" Doch Herakles wähnt,
Es sei Eurystheus' Vater, der, von Furcht bewegt,
Mit heißem Flehen seine Hand umfasse, stoßt
Ihn weg, und rustet Köcher, Bogen, Pfeil, und legt
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Auf seine Sohn' an, um Eurystheus' Söhne, wie
Er wähnt, zu tödten. Sie, von Schreck betaubt, entflohn
Hierhin und dorthin: dieser birgt im Kleide sich
Der armen Mutter, in der Säule Schatten der;
Der duckt am Opferherde sich, dem Vogel gleich.
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Die Mutter schrie: „Was thust du, Vater? Mordest du
Die Kinder?" Laut auch schrie der Greis, die Knechte schrie'n.
Er aber treibt den Knaben um die Säule rings,
Und stellt sich ihm entgegen, und mit scharfem Pfeil
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Durchbohrt er ihm die Leber, der, rückwärts gestürzt,
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Sein Leben aushaucht und die Marmorsäulen nezt.
In hellem Tone jauchzt er auf und prahlte laut :
„Ein Sohn Eurysthens stürzte da von meiner Hand,
Und büßte seines Vaters Haß mit seinem Blut."
Dann auf den andern richtet er den Bogen, der
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Am Fuß des Altars kauernd, sich verborgen wähnt.
Doch der, zuvor ihm kommend, stürzt zu Füßen ihm,
Und streckt die Hånde flehend auf zu Kinn und Hals,
Und ruft: „o liebster Vater, nicht ermorde mich!
Dein bin ich; dein Kind würgst du, nicht Eurysthens Sohn."
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Er rollt des Auges wilden Blick der Gorgo gleich,
Als ihm der Sohn den grausen Bogenschuß verrennt,
Und hebt die Keule, Schmiden gleich, ihm über's Haupt,
Senkt auf des Knaben blonde Stirn das Holz herab,
Und brach den Schadel. Also starb der zweite Sohn,
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Und nach den zwei'n zum dritten Opfer schreitet er.
Doch ihm zuvor eilt und in's Haus entrafft den Sohn
Die schwerbedrängte Mutter und verschließt das Thor.
Und er, als war' er wirklich vor Mykene's Stadt,
Stoßt, haut und hebt die Thüren, bricht die Pfosten aus,
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Und streckt mit Einem Pfeile Weib und Sohn dahin.
Hierauf, den Greis zu morden, eilt er flugs zurück:
Da trat ein Bild, wie Pallas anzuschau'n, an ihn
Heran, die Lanze schwingend, unterm Helm das Haupt,
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Und warf ein Felsstuck auf die Brust des Herakles,
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Das seine Mordwuth hemmte, daß ihn Schlaf befiel.
Er sank zur Erde nieder, mit dem Rücken schlug
Er an die Säule, welche, bei des Hauses Sturz
Entzweigeborsten, auf dem Marmorfuße lag.
Wir aber wandten aus der Flucht den Fuß zurück;
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Vereint dem Greise, banden wir mit starkem Seil
Ihn an die Säule, daß er nicht noch neue Schuld
Zur alten füge, wann der Schlaf von ihm geslohn.
So schlummert nun der Arme nicht beglückten Schlaf,
Der Sohn' und Weib gemordet. O gewiß, es ist
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Der Menschen keiner auf der Welt unseliger.