Wo mag sich rühmen, frei zu sein, ein Sterblicher?
Dem Glücke fröhnt der Eine, frohnt der stärkern Macht;
Dem wehrt der Pobel, jenen hemmt geschriebnes Recht,
Dem eignen Sinn zu folgen, wie das Herz ihn treibt.
Doch weil du fürchtest und dich scheu der Menge fügst,
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Will ich, o König, dich befrein von solcher Furcht.
Mitwisser sei mir, wenn ich Rache such an ihm,
Der mir den Sohn erschlagen; selber handle nicht.
Erhebt ein Aufruhr sich im Heer, und helfen sie
Dem Thraker, wenn er leidet, was ich ihm bestimmt;
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So wehre, nur nicht schein' es mir zulieb gethan:
Sonst harre furchtlos; Alles führ' ich wohl hinaus.
Agamemnon.
Wie? Was beginnst du? Willst du selbst, in greiser Hand
Das Schwert, den Rohen morden? Wirst du Gift vielleicht
Ihm reichen? Oder baust du sonst auf Hülfe noch?
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Wer beut die Hand dir? Wo gewinnst du Freunde her?
Hekabe.
Die Zelte bergen eine Schaar von Troërfraun.
Agamemnon.
Du meinst die Kriegsgefangnen, meinst des Heeres Raub?
Hekabe.
Mit ihnen werd' ich meinen Mörder züchtigen.
Agamemnon.
Und wie gewinne Manneskraft ein Frauenarm?
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Hekabe.
Stark ist die Meng', unüberwindlich durch die List.
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Agamemnon.
Stark; aber wenig bau' ich auf der Fraun Geschlecht.
Hekabe.
Wie? Schlugen Weiber nicht die Sohn' Aegyptos' einst,
Und trieben sie von Lemnos nicht die Männer aus?
Doch so geschah' es; und genug der Worte nun!
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Nur leite sicher diese Frau mir durch das Heer.
Und du, dem Thrakerfreunde, Weib, dich nahend, sprich:
„Die einst in Troja Königinn gewesen, läßt
Dich rufen, deinetwegen mehr als ihrethalb,
Und deine Sohne; denn es werd' auch ihnen kund,
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Was jene redet." Schiebe du's, o König, auf,
Polyxena zu bestatten, die geopfert ward,
Damit die Zwei, der Mutter Doppelgram, verzehrt.
Von Einer Flamme, nachbarlich die Erde birgt.
Agamemnon.
Gescheh' es also! Zwar vermocht ich solche Gunst
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Dir nicht zu schenken, gönnt' ein Gott uns sichre Fahrt.
Nun aber, weil uns bose Wind' entgegenwehn,.
Nun thut es noth zu warten, bis es ruhig wird.
Was du beginnst, gelinge! Denn dem Einzelnen
Und allem Volke frommt es, daß der Bose stets
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Auch Boses dulde, daß der Edle glucklich sei.
Strophe 1. Fou
Chor.
Hecuba. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .