Euripides Hippolytus 983

ed. Gilbert Murray

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Hippolytus. Euripides. ed. Gilbert Murray. Oxford. 1902.

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Current edition Perseus

Ἱππόλυτος (Greek) (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. I. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1902.)

Translations (3)
Hippolytus Perseus (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. I. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1906.) — 983 focus
Hippolytus (OCR draft) Experimental (Hippolytus. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1841; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 1, Heidelberg: C. F. Winter, 1841. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 983 focus
Mich, Vater, schreckt dein zornig aufgeregter Sinn;
Indeß die Sache, die so schöne Worte hat,
975 Nicht schon erscheint sie, wenn man sie genauer prüft.
Vor allem. Volk zu reden bin ich ungeschickt,
Vor Altersfreunden könnt' ich's wohl und Wenigen.
Und Grande hat auch dieses: die vor Weisen nicht
Zu reden wissen, hört die Menge lieber an.
Doch zwingt es mich, nun Dieses über mich erging,
980
Die Zunge freizulassen. Davon denn zuerst,
Womit Verderbensinnend du mich erst beschlichst,
Als könnt' ich Nichts erwiedern! Siehst du dieses Licht
Und diesen Erdkreis? Hier verweilt kein Mann, wie ich,
Der tadelloser wäre, läugnest du es auch.
985
Denn vor den Gottern weiß ich erstens mich zu scheun,
Und liebe Jeden, der das Unrecht nicht versucht,
Vielmehr errothet, Boses anzumuthen mir,
Und schnode Gegendienste nie dem Schlechten thut.
Niemals verspott' ich, Vater, die mir Freunde sind,
990
Derselbe bin ich, ob sie fern', ob nahe sein,
Bin frei des Einen, wo du mich zu fangen wahnst:
Denn keusch bewahrt' ich meinen Leib bis diesen Tag;
Bom Hörensagen kenn' ich nur der Liebe Werk,
Und aus Gemälden; aber selbst auch diese nur
995
Zu sehn, verlangte nimmer mein jungfräulich Herz.
Doch wenn du nicht auf meine Tugend bauen magst,
So mußt du zeigen, wie ich so verdorben ward.
Glänzt ihres Leibes Wohlgestalt denn herrlicher,
Ais aller Frauen? Oder hofft' ich durch den Raub
1000
Der reichen Mitgift deines Hauses Herr zu sein?
Da wär' ich eitel thricht, ja von Sinnen, traun.
Doch wahnst du, Herrschen sei so sus? Dem weisen Mann
Mitnichten, wenn nicht unbeschränkte Herrschermacht
Den Menschen, welchen sie gefiel, den Sinn verkehrt.
1005
Ich möchte wohl in Hellas Kampferspielen gern
Der erste Sieger heißen, doch im Staate nur
Als Zweiter, stets mit edeln Freunden glücklich sein.
Denn also wirkt man freker, und die Sicherheit
Verleiht dem Leben höhern Reiz, als Herrschgewalt.
1010
Noch Eines hore; denn mein Andres weißt du schon.
Erschien' als Zeuge mir ein Mann von meiner Art,
Und stånde sie noch lebend gegenüber mir;
So tráfst du forschend auf der That die Schuldigen.
Bei Zeus, des Eides Racher, bei der Erde Grund,
1015
Betheur' ich jezo, daß ich nie dein Bett berührt,
Es nie gewollt auch, noch daran jemals gedacht.
Ja, mog' ich ruhmlos, ohne Namen, untergehn,
Und weder Meer noch Erde mein entschlummertes
Gebein empfangen, wenn ich also frevelte!
1020
Doch was befürchtend diese sich den Tod erwählt,
Nicht weiß ich's; weiter ziemt ja nicht zu sagen mir.
So weise, dennoch fand sie nicht das weise Maaß;
Mir, der's gefunden, ward dafür kein schöner Lohn.