Mich, Vater, schreckt dein zornig aufgeregter Sinn;
Indeß die Sache, die so schöne Worte hat,
975 Nicht schon erscheint sie, wenn man sie genauer prüft.
Vor allem. Volk zu reden bin ich ungeschickt,
Vor Altersfreunden könnt' ich's wohl und Wenigen.
Und Grande hat auch dieses: die vor Weisen nicht
Zu reden wissen, hört die Menge lieber an.
Doch zwingt es mich, nun Dieses über mich erging,
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Die Zunge freizulassen. Davon denn zuerst,
Womit Verderbensinnend du mich erst beschlichst,
Als könnt' ich Nichts erwiedern! Siehst du dieses Licht
Und diesen Erdkreis? Hier verweilt kein Mann, wie ich,
Der tadelloser wäre, läugnest du es auch.
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Denn vor den Gottern weiß ich erstens mich zu scheun,
Und liebe Jeden, der das Unrecht nicht versucht,
Vielmehr errothet, Boses anzumuthen mir,
Und schnode Gegendienste nie dem Schlechten thut.
Niemals verspott' ich, Vater, die mir Freunde sind,
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Derselbe bin ich, ob sie fern', ob nahe sein,
Bin frei des Einen, wo du mich zu fangen wahnst:
Denn keusch bewahrt' ich meinen Leib bis diesen Tag;
Bom Hörensagen kenn' ich nur der Liebe Werk,
Und aus Gemälden; aber selbst auch diese nur
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Zu sehn, verlangte nimmer mein jungfräulich Herz.
Doch wenn du nicht auf meine Tugend bauen magst,
So mußt du zeigen, wie ich so verdorben ward.
Glänzt ihres Leibes Wohlgestalt denn herrlicher,
Ais aller Frauen? Oder hofft' ich durch den Raub
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Der reichen Mitgift deines Hauses Herr zu sein?
Da wär' ich eitel thricht, ja von Sinnen, traun.
Doch wahnst du, Herrschen sei so sus? Dem weisen Mann
Mitnichten, wenn nicht unbeschränkte Herrschermacht
Den Menschen, welchen sie gefiel, den Sinn verkehrt.
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Ich möchte wohl in Hellas Kampferspielen gern
Der erste Sieger heißen, doch im Staate nur
Als Zweiter, stets mit edeln Freunden glücklich sein.
Denn also wirkt man freker, und die Sicherheit
Verleiht dem Leben höhern Reiz, als Herrschgewalt.
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Noch Eines hore; denn mein Andres weißt du schon.
Erschien' als Zeuge mir ein Mann von meiner Art,
Und stånde sie noch lebend gegenüber mir;
So tráfst du forschend auf der That die Schuldigen.
Bei Zeus, des Eides Racher, bei der Erde Grund,
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Betheur' ich jezo, daß ich nie dein Bett berührt,
Es nie gewollt auch, noch daran jemals gedacht.
Ja, mog' ich ruhmlos, ohne Namen, untergehn,
Und weder Meer noch Erde mein entschlummertes
Gebein empfangen, wenn ich also frevelte!
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Doch was befürchtend diese sich den Tod erwählt,
Nicht weiß ich's; weiter ziemt ja nicht zu sagen mir.
So weise, dennoch fand sie nicht das weise Maaß;
Mir, der's gefunden, ward dafür kein schöner Lohn.
Chor.
Du hast die Schuld genügend abgewandt, du schworst
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Der Götter Eide, kein geringes Unterpfand.
Theseus.
Ist dieser nicht ein Gaukler, nicht ein Zauberer?
Er hofft mit Sanftmuth meinen Sinn zu bändigen,
Nachdem er seinen Vater frech entwürdigt hat!
Hippolytos.
Mein Vater, dieses wundert mich gar sehr an dir:
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Denn wårest du mein Sprößling und dein Vater ich;
Ich hätte dich getodtet, nicht durch Bann gestraft,
Wofern du wagtest, anzurühren mein Gemahl.
Theseus.
Wie würdig sprachst du deiner! Doch nicht sollst du mir
So sterben, wie du dies Gesez dir selbst bestimmt:
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Denn Bösewichtern ist erwünscht ein schneller Tod.
Nein, aus dem Heimatlande fern, ein Flüchtiger
Auf Fremdlingserde, trauerst du dein Leben hin;
Das ist dem gottvergefnen Mann der rechte Lohn.
Hippolytos. おしい
1040 Weh, was beginnst du? Willst du nicht die lehrende
Zeit über uns erwarten, sondern treibst mich aus?
Ja, über Meer' und über Atlas' fernsten Strand,
Vermocht' ich solches: also bist du mir verhaßt.&
Hippolytos.
Nicht Eidesschwur, noch Treue, noch der Seher Wort
Erforschend, ungerichtet wirfst du mich hinaus?
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Theseus.
Die Tafel hier, die keine Seherzeichen hat,
Beugt augenscheinlich gegen dich: um Vögel, die
Ob meinem Haupte flattern, bin ich unbesorgt.
Hippolytos.
Hippolytus. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .