Euripides Hippolytus 565-730

Edward P. Coleridge (Translator)

View: By Card

Hippolytus. Euripides. Edward P. Coleridge (Translator). London. 1906.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by Tufts University.

Current edition Perseus

Hippolytus (English) (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. I. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1906.)

Editions (1)
Ἱππόλυτος Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. I. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1902.) — 565-731 focus
Translations (2)
Hippolytus (OCR draft) Experimental (Hippolytus. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

No corresponding passage available

German (J. J. C. Donner, 1841; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 1, Heidelberg: C. F. Winter, 1841. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 565 focus
Ihr Frauen, schweiget! Wehe, nun bin ich dahin!
Was soll dieser Schrei? Was, Frau, rufst du da?
sprich, welches Wort erschreckt also dich,
Daß dir das Herz erbebt?
570
Ich bin verloren! Tretet an die Thore hier,
Und håret, welch ein Lärmen im Palaste tobt.
Du stehst nah dem Thor; der Laut, der von dort
Erschallt, rührt dein Ohr.
Sage mir, sage, welches Ungluck geschehn?
575
Der reisigen Amazone Sohn, Hippolytos, 1
Schmachworte haust er schreiend auf die Dienerinn.
Geschrei hor' ich zwar; doch klar kann ich nicht
Den Laut deuten, Frau.
Dir scholl, scholl der Ruf durch des Palastes Thor.
580
Er schilt sie deutlich Kupplerinn, Verführerinn
Zum Bösen, die des Königs Ehgemahl verrieth.
Du bist, ach, verrathen! Weh, Ungemach!
Wozu rath' ich nun? An's Licht, Freundinn, kam
Verborgenes, dich stürzt -
585
Weh, weh!
Freundesverrätherei.
Ja, sie verdarb mich, da sie meine Qual enthullt,
Und freundlich, doch nicht weise, sie zu heilen strebt.
O Mutter Erde, Strahlenglanz des Helios,
Welch unerhörtes Frevelwort vernahm mein Dhr!
Die Kluge hass' ich; nimmermehr dunk Eine sich
In meinem Hause klüger, als dem Weibe ziemt.
Denn ofter pflanzt die Liebesgottinn Hinterlist
In diese Klugen; doch das unerfahrne Weib
Låst keine Thorheit üben ihr beschränkter Geist.
635
Auch keine Sklavinn sollt' hinein zum Weibe gehn;
Mit stummen Thieren sollten sie zusammensein,
Damit sie Niemand hätten anzureden mehr,
Noch ihnen Jemand wiederum antwortete.
Nun sinnen Boses drinnen aus die bosen Fraun,
640
Und aus dem Hause tragen's dann die Sklavinnen.
So kamst auch du mir, locktest mich, fluchvolles Weib,
Daß ich des Vaters reines Bett entheilige.
Mit Wasserfluten will ich das abwaschen mir,
Die Dhren nezend. Wie vermocht ich schlecht zu sein,
645
Der, solches auch nur hörend, nicht für rein sich hålt?
Doch wisse, Weib: dich rettet meine Frömmigkeit.
Denn band mich Ahnungslosen nicht der Götter Eid;
Mich hielte Nichts, es meinem Vater kundzuthun.
Nun geh' ich aus dem Hause, während außer Lands
650
Theseus sich aufhält, aber halte rein den Mund.
Doch mit dem Vater komm' ich heim und werde sehn,
Wie ihr ihn anblickt, du und deine Königinn.
Erkannt, gekostet hab' ich deinen frechen Sinn. 6
Tod über euch! Ich werde niemals satt, die Fraun
655
Zu hassen, sag' auch Einer, daß ich eifre stets:
Denn stets betreiben Boses wohl die Frauen auch.
So lehre sie denn Einer weise Mäßigung,
Wo nicht, vergonn' er, ewig sie zu schmähen, mir!
Gegenstrophe.
Bitter, unselig ist
660
Der Frau'n Lebensloos!
(ab.)
welch Mittel, welche Kunst hab' ich noch,
Nachdem dieser Knoten mir unldsbar blieb?
Es ist gescheh'n, ach! Deiner Alten Kunste sind
Nicht wohl gerathen, Königinn; nun steht es schlimm.

Notes on the current edition

Hippolytus

1. Reading ὅπᾳ. The old reading was ὔπα.
2. Nauck brackets these two lines as spurious.
3. For ἀλλὰ Weil proposes οὖσ’. Another conjecture is ἀλλὰ νωχελὴς.
4. These lines are assigned to the Chorus in the print edition.
5. Following Nauck’s reading δόλοις. If λόγου be retained, it would seem to mean loose the tight hold a word can keep on us i.e. the threat of Hippolytus; but it is doubtful if the Greek will bear this.
6. συγχωρεῖν, so Liddell and Scott, but it seems a doubtful usage, and Nauck suspects the word.
7. The reading προστρέπουσ’ offers no clear meaning; of the various suggestions Monk’s προσκοποῦσ’ is the simplest.