Herr, bei den Göttern, widerrufe dies Gebet!
Bald siehst du deinen Irrthum ein; o folge mir.
Theseus.
Mitnichten; auch von diesem Lande treib' ich ihn,
Und unter zwei Geschicken trifft ihn eines noch:
Entweder wird Poseidon ihn in Hades' Haus
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Als Todten senden, ehrend, was er mir vordem
Verheißen, oder trauert er sein Leben hin,
Auf fremder Erd' umirrend, ausgestoßen hier.
Chor.
Da naht er selbst in rechter Stunde dir, dein Sohn
Hippolytos: laß ab von unheilvollem Zorn,
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König, und berathe besser dein Geschlecht.
Hippolytos.
Dein Jammern horend, bin ich rasch hierhergeeilt,
Mein Vater; doch die Sache kenn' ich nicht, um die
Du seufzest, und vernehmen micht' ich's wohl von dir.
Ha, was geschah doch? Deine Gattinn seh' ich todt,
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Mein Vater; höchsten Staunens ist das würdig wohl;
Sie, die ich eben hier verließ, die dieses Licht
Der Sonne sah vor einer kurzen Weile noch.
Was widerfuhr ihr? Wie ereilte sie der Tod?
Von dir, o Vater, will ich das erkundigen.
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Du schweigst? Das Schweigen taugt im Ungemache nichts;
Das Herz der Menschen, Alles auszuspåhn entbrannt,
Wird über Neugier auch ertappt bei Traurigem.
Nein, vor den Freunden, oder mehr als Freunden noch
Dein Misgeschick zu bergen, ziemt dir, Vater, nicht.
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Theseus.
Ihr Menschen, die vielfacher Irrwahn blendete,
Was müht ihr euch um tausend Kunste lehrend ab,
Ersinnt so Manches und erfindet Allerlei,
Und wisset nie das Eine, noch erjagtet ihr's,
Weisheit zu lehren Einem, dem Verstand gebricht?
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Hippolytos.
Wohl ist ein großer Meister, wer so machtig ist,
Die Unverständigen zum Verstand zu nöthigen.
Doch grübelst du, mein Vater, nicht zu rechter Zeit;
Die Zunge, fürcht' ich, überschritt im Schmerz das Maaß.
Theseus.
Ach, gåb' es unter Menschen doch ein sicheres
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Merkmal der Freundschaft, durchzuschaun der Herzen Grund,
Den wahren Freund zu scheiden von dem falschen Mann!
Und håtte doch zwei Stimmen jeder Sterbliche,
Den wahren Ton, und einen, der nicht lauter klingt;
So würde stets der bosgesinnte überführt
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Vom wahren, und wir blieben vor Betrug bewahrt.
Hippolytos.
Hat dir ein Freund denn wider mich Verläumdungen
In's Ohr geflüstert, leiden wir ohn' unsre Schuld?
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Betroffen steh' ich; deine Wort' erschrecken mich,
Die, wie verstandlos, sich verirrt vom rechten Pfad.
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Theseus.
Hippolytus. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .