Es ist gescheh'n, ach! Deiner Alten Kunste sind
Nicht wohl gerathen, Königinn; nun steht es schlimm.
Phädra.
Verderben deiner Freunde, ganz Verworfene!
Wie thatest du mir? Samt der Wurzel tilge dich
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Mein Vater Zeus aus, treffe dich mit Blizesglut!
Sagt' ich es dir nicht? Ahndet' ich nicht deinen Sinn?
Ich hieß verschweigen, was mich jezt unglucklich macht;
Du konntest das nicht; also darf ich ehrenvoll
Nicht sterben, sondern neues Raths bedarf ich nun.
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Denn er, von Zornwuth heftig aufgeregt im Geist,
Wird gegen uns dem Vater kundthun deine Schuld,
Und füllt mit bitter schmah'ndem Wort die ganze Welt.
Fluch über dich und Jeden, der, diensteifrig stets,
Unedle Wohlthat unbegehrt dem Freund erzeigt!
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Amme.
Wohl magst du schelten, Herrinn, was ich hier gefehlt;
Denn was dir nagt am Herzen, lähmt des Geistes Kraft.
Doch Etwas sagen kann auch ich, wenn dir's gefällt.
Ich war dir Amme, bin dir hold, und deinem Schmerz
Heilmittel suchend, fand ich, was ich wollte, nicht.
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Wenn mir es gluckte, hieß ich hochverständig wohl;
Denn nach dem Ausgang sieht man uns als tüchtig an.
Phädra.
Kann dieses mir gefallen, ist es wohlgethan,
Wenn die mit Worten hadert, die mir Wunden schlug?
Amme.
Wir dehnen unsre Reden; unklug handelt ich.
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Doch kannst du jezt auch noch gerettet werden, Kind.
Phädra.
Laß ab zu reden; auch zuvor ja riethest du
Mir nicht das Gute, fingest Unheilvolles an.
Aus meinen Augen gehe denn, und sorge nur
Um Deines; meine Sachen ordn' ich selber wohl.
700
(Die Amme geht ab.)
Ihr aber, edle Tochter aus Trózenia,
Gewähret dieses Eine mir, der Bittenden:
Hüllt ein in Schweigen, was ihr hier vernommen habt!
Chor.
Bei Artemis, Zeus' hoher Tochter, schwören wir,
Nie deiner Leiden eines an das Licht zu ziehn.
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Phadra.
Wohl sprachst du; jezt nach Einem Ziele ringend nur,
Entdeckt' ich einen lichten Pfad in diesem Leid,
Daß meiner Sohne Leben ich verherrlichen, li
Für mich Gewinn aus diesem Elend ziehen kann.
Nie werd' ich Kreta's Fürstenhaus entwürdigen,
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Um Eines Lebens willen nie nach schändlichem
Beginnen treten unter Theseus' Ungesicht.
Chor.
Und welches unheilbare Leid beschlossest du?
1
Phädra.
Den Tod; doch wie, das überlegen will ich noch.
Chor.
Das wehrt, o Götter!
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Phädra.
Rathe du zum Guten mir;
Denn Aphroditen, welche mein Verderben ward,
Werd' ich an diesem Tage durch mein Scheiden noch
Erfreun, von herber Liebesqual bewältiget.
Doch werd' ich einem Andern auch durch meinen Tod
Unglück bereiten, daß er nicht auf meinen Fall
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Stolz niederschaue; sondern diese Qual mit mir
Gemeinsam theilend, lernt er weise Mäßigung.
Strophe 1.
(ab.)
Chor.
Hippolytus. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .