greise Frau, der Phadra treue Warterinn,
Wohl sehen wir der Fürstinn jammervolles Loos;
Doch dunkel blieb uns, welcher Art ihr Leiden ist.
Von dir erfahren mochten wir's und hörten's gern.
Amme.
Ich fragte, doch vergeblich; denn sie sagt es nicht.
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Chor.
Auch, wie das Leid begonnen, blieb dir unbekannt?
Amme.
Nicht besser weiß ich's; alles dies verschweigt sie mir.
Chor.
Wie abgemagert und erschlafft ihr Körper ist!
Amme.
Kein Wunder; denn schon fastet sie den dritten Tag.
Chor.
Durch Götterschickung? Oder sucht sie so den Tod?
275
Amme.
Den Tod; sie fastet, bis ihr Lebensende naht.
Chor.
Wie seltsam, wenn sich ihr Gemahl damit begnügt!
Amme.
Sie birgt das Leid ihm, und erklärt, ihr fehle Nichts.
Chor.
Und Nichts bemerkt er, wenn er ihr in's Auge sieht?
Amme.
Zufällig ging er eben aus dem Lande fort.
280
Chor.
Und ließest du kein Mittel unversucht an ihr,
Ihr Leiden und des Geistes Irrwahn auszuspahn?
Amme.
Begonnen hab' ich Alles, und bewirkte Nichts.
Doch wahrlich jezt auch lass ich nicht im Eifer nach,
Daß gegenwärtig du mir auch bezeugen magst,
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Wie treu besorgt ich bei der Herrinn Leide bin.
Auf, liebes Kind! Die frühern Reden wollen wir
Vergessen beide: werde du gelassener,
Die düstern Brau'n entwölkend und den finstern Sinn.
Ich aber, legt' ich deine Worte schlimm dir aus,
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Ich widerruf es, wende mich zum bessern Wort.
Und wenn's ein heimlich Uebel ist, an dem du krankst,
Sind hier die Fraun mit ihrer Hülfe dir bereit:
Doch willst du Männern anvertraun dein Ungemach,
So rede, daß man einem Arzt es nennen kann.
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Nun? Schweigst du? Weshalb? Schweigen mußt du nicht, o Kind;
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Nein, wenn ich etwas Uebles sprach, so tadle mich,
Und hab' ich wohl geredet, folge meinem Wort.
Sprich Etwas: hierher blicke! - Weh mir Elenden!
Umsonst, o Frauen, qual' ich ab und mühe mich,
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Wir sind so weit als früher; denn sie wich zuvor
Nicht meinen Worten, und gehorcht auch jezo nicht.
So wisse nun, (und magst du wilder, als das Meer,
Darüber toben,) wenn du stirbst, verräthst du dein
Geschlecht, entziehst ihm seinen Theil am Vaterreich.
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Ja, bei der reisigen Amazonenköniginn,
Die deinen Kindern einen Herrn geboren hat
In einem Bastard edlen Sinns, - du kennst ihn wohl,
Phädra.
Weh, wehe!
Amme.
Rührt das dein Gemüth?
Phädra.
Du tödtest mich, o Amme; bei den Himmlischen!
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Ich bitte, fortan schweige mir von diesem Mann.
Amme.
Hippolytus. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .