Zwar wollten unser Viele, doch nicht rasch genug
Gehn unsre Schritte. Jener stürzt, ich weiß nicht wie,
1225
Vom Bande schöngeschnittner Riemen abgelöst:
Wohl kurze Zeit nur athmet er im Lichte noch.
Entschwunden sind die Renner und das Ungethum,
Der Stier, am felsenvollen Strand, nicht weiß ich, wo.
Ich bin, o Fürst, ein Sklave deines Hauses nur;
1230
Doch überreden wird man mich das nimmermehr,
Von deinem Sohn zu glauben, daß er bose sei;
Ich glaub' es nicht, und hängten alle Frauen sich,
Und füllte Jemand alle Fichten Ida's an
Mit Klageschreiben; denn ich kenn' als edel ihn.
1235
Chor.
Weh, weh! Vollendet hat sich neues Ungemach,
Und keine Rettung gibt es aus Geschick und Noth.
Theseus.
Aus Haß des Mannes, welchen dieses Leid betraf,
Erfreut' ich dieser Reden mich: doch scheu' ich nun
Die Götter und den Jüngling, weil mein Sohn er ist;
1240
Drum freut das Leid mich weder, noch betrübt es mich.
Bote
Wie denn? Ihn bringen, oder was thun sollen wir
Dem Armen, daß wir deinem Sinn gefällig sei'n?
Bedenk's, und folge meinem Rath, so wirst du nicht
Grausam verfahren wider dein unselig Kind.
1245
: Theseus.
So bringt ihn hierher, daß ich ihn in's Angesicht
Des Frevels überführe, den er låugnete,
Durch Worte so, wie durch der Götter Strafgericht.
Chor.
Hippolytus. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .