So sei es! Doch erlangt' ich dafür Sicherheit
Von dir, so hatt' ich Alles, was ich haben muß.
Aegeus.
Vertraust du mir nicht? Oder was besorgst du noch?
Medeia.
Dir trau' ich; aber Pelias' Tochter hassen mich
Und Kreon. Bände dich der Eid, so wehrtest du
720
Wohl diesen, führten sie mich fort aus deinem Land;
Und wie du mir gelobtest und den Göttern schwurst,
1
So bliebst du Freund mir, ließest nicht durch Feindeswort
Dich überreden. Ich bin schwach und ohne Macht,
2
Doch Jene måchtig und von königlichem Stamm.
725
Aegeus.
In deiner Rede zeigst du viel Vorsicht, o Frau;
Doch wenn es also dir gefällt, ich weigr' es nicht.
Denn meine Sachen stehen so gesicherter,
Hab' ich vor deinen Feinden die Ausrede nur,
Und auch die deinen: sage, was ich schworen soll.
3
730
Medeia.
Beim Grund der Erd' und meinem Ahnherrn Helios
Und aller Himmelsgåtter Macht beschwöre mir
Aegeus.
Was auszurichten, oder was zu lassen? Sprich!
Medeia.
Nie wollst du selbst mich treiben aus Athene's Land,
Noch, wenn mich einer meiner Feind' entführen will,
735
Hierin, so lang du lebest, ihm zu Willen sein.
Aegeus.
Bei Gda schwör' ich, bei dem Strahl des Helios
Und allen Göttern, nachzuleben deinem Wort.
Medera.
Genug: und brichst du diesen Eid, was büßest du?
Die Strafe, die dem Gottverachter widerfährt.
740
Medeia.
Zieh' hin in Freuden! Wohlbestellt ist Alles nun:
Ich eil' in deine Stadt sogleich, vollbracht' ich erst,
Was ich beschlossen, und erreicht' ich, was ich will.
Chor.
Medea. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .