Euripides Medea 663-823

ed. Gilbert Murray

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Medea. Euripides. ed. Gilbert Murray. Oxford. 1902.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by Tufts University.

Current edition Perseus

Μήδεια (Greek) (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. I. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1902.)

Translations (3)
Medea Perseus (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. I. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1906.) — 663-820 focus
Medea (OCR draft) Experimental (Medea. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1841; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 1, Heidelberg: C. F. Winter, 1841. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 663 focus
Medeia, Heil dir!
Wohl vermag der Freund dem Freund
Mit einem schönern
Gruße nicht zu huldigen.
Was zehrt' an deinem Körper, trübt dein Auge so?
So sei es! Doch erlangt' ich dafür Sicherheit
Von dir, so hatt' ich Alles, was ich haben muß.
So leite dich Maja's herrschender Sohn
Nach Haus; froh migst du vollenden das Werk,
745
Auf das du bedacht in die Heimat eilst!
Ich bab', Aegeus,
Als wackeren Mann dich erfunden.
(Aegeus ab.)
Zeus, und Dike, Tochter Zeus', und Helios!
Nun werd' ich über meine Feind', ihr theuren Fraun,
750
Ruhmvollen Sieg erringen, ich betrat die Bahn;
Nun büßen, hoff' ich, meine Widersacher mir.
Denn als ein sichrer Port erschien uns dieser Mann
Für unsre Plane, da die Noth am großten war;
An seinem Ufer knups ich fest des Steuers Tau,
755
Wenn ich zu Pallas' hoher Stadt und Burg gelangt.
Und nun eroffn' ich alle meine Plane dir;
Doch nicht zu horen hoffe, was dich freuen wird.
Zu Jason send' ich eine meiner Sklavinnen,
Und bitte, vor mein Angesicht zu kommen, ihn;
760
Mit sanften Worten korn' ich ihn, erscheint er dann,
Auch mir gefalle dieses wohl; ich rühme laut
Die Königsehe, die er schloß und uns verrieth,
Und nenn' es heilsam Alles und wohlausgedacht.
Dann für die Sohne bitt' ich, daß sie bleiben hier,
765
Nicht, sie zurückzulassen auf dem feindlichen
Gebiete, meiner Widersacher Spott zu sein; 6
Die Königstochter råum' ich weg durch meine List.
Denn mit Geschenken send' ich ihr die Kinder zu,
Daß hier zu weilen ihnen noch gestattet sei;
770
Wenn sie den Schmuck nimmt, und darein die Glieder hüllt,
So wird sie gråßlich enden und wer sie berührt;
In solche Gifte tauch' ich ein das Brautgeschenk.
Doch dieser Rede werde hier ein Ziel gesezt.
Ach aber, welche That ich dann vollbringen muß,
775
Schaudr' ich zu sagen: meine Kinder werd' ich selbst
Ermorden; Niemand rettet sie von Todesnoth.
Und wann ich Jasons ganzes Haus verwüstete,
Entrinn' ich aus Korinthos, fliehe vor dem Blut
Der theuren Kinder, wenn ich that das Gråßlichste.
780
Denn nicht erträglich ist der Hohn der Feinde mir.
Was frommt das Leben? Fahr' es hin! Kein Vaterland,
Kein Haus mir offen, keine Rettung aus der Noth!
Ich fehlte damals, als ich meiner Ahnen Haus
Verlassen, überredet durch des Mannes Wort
785
Aus Hellas, der mit Götterhüls uns büßen wird.
Denn lebend schaut er nie hinfort die Söhne, die
Ich ihm geboren, auch die Neuvermählte soll
Ihm keine Kinder schenken, da die Schlimme schlimm,
So will's das Schicksal, sterben muß von meinem Gift.
790
wähne Niemand, daß ich schwach und seige sei
Und ruheliebend; immer war ich andrer Art,
Furchtbar den Feinden und den Freunden wohlgesinnt;
Denn solcher Menschen Leben krönt der höchste Ruhm.