Medeia, Heil dir!
Wohl vermag der Freund dem Freund
Mit einem schönern
Gruße nicht zu huldigen.
Medeia.
Auch dir, Pandions edler Sohn, des Weisen, Heil!
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Von wannen, Aegeus, kommst du her in dieses Land?
Aegeus.
Von Phobos' altem, gottbetrautem Sehersiz.
Medeia.
Was führte nach der Erde heiligem Nabel dich?
Aegeus.
Ich forschte, wie mir mög' erblühn der Kinder Saat.
Medeia.
Gitter! War dein Leben bisher kinderlos?
655
Aegeus.
Wohl bin ich ohne Kinder durch ein herbes Loos.
1
Medeia.
Ward ein Gemahl dir, oder lebst du unvermählt?
Aegeus.
Nicht ungebunden bin ich durch der Ehe Joch.
Medeia.
Was sagte Phobos in Betreff der Kinder dir?
Aegeus.
Ein Räthsel, dunkler, als ein Mensch es fassen kann.
660
Medeia.
Und darf ich wissen, was der Gott dir offenbart?
Aegeus.
Gewiß: ergründen kann es nur ein weiser Sinn.
Medeia.
Was also sagt er? Rede, wenn ich's horen darf.
Aegeus.
Des Schlauches Ende losen soll' ich nicht, bevor
Medeia.
Du was gethan hast oder kamst in welches Land?
665
Aegeus.
Bevor ich wieder angelangt am Vaterherd.
Medeia.
Wonach verlangend schiffst du nun in dieses Land?
Aegeus.
Pittheus gebietet dort im Land Trdzenia's.
Medeia.
Der frommste Sohn des Pelops ist er, sagen sie
Aegeus.
Ihm will ich Phobos' Seherspruch verkündigen.
670
Medeia.
Ein weiser Mann, mit solchen Dingen wohlbekannt.
Aegeus.
Von allen Kriegsgenossen mir der theuerste.
Medeia.
So lebe glucklich, was du wunschest, werde dir!
Aegeus.
Medea. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .