Bei deinen Knieen, bei der neuvermählten Braut
Kreon.
Du sprichst vergebens: nie bereden wirst du mich.
Medeia.
Du triebſt mich fort, und achtest meine Bitten nicht?
Kreon.
Dich kann ich mehr nicht lieben, als mein eignes Haus.
Medeia.
traute Heimat, wie gedenk' ich deiner izt!
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Kreon.
Sie ist nach meinen Kindern mir das Theuerste.
Medeia.
Weh, weh! Dem Menschen ist die Lieb' ein großer Fluch.
Kreon.
Fluch oder Segen, wie's das Schicksal wenden mag.
Medeia.
Erfahre du, Zeus, wer des Leids Urheber ist!
Kreon.
Entweiche, Thorinn, und erlöse mich der Qual.
335
Medeia.
Ich dulde Qualen und bedarf nicht andrer noch.
Kreon.
Bald treiben unsre Diener mit Gewalt dich fort.
Medeia.
Nicht also thu', o Kreon! Ich beschwore dich -
Kreon.
Du willst, o Weib, mir låstig werden, wie es scheint.
Medeia.
Ich werde fliehen: nicht um dieses bat ich dich.
340
Kreon.
Was stråubst du denn dich und verlåssest nicht das Land?
Medeia.
Den Einen Tag nur gönne mir zu bleiben noch,
Um auszusinnen, welchen Weg ich fliehen soll,
Wo meinen Kindern eine Bahn sich offne, weil
Der Vater unbekümmert ist um ihr Geschick.
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Erbarm dich ihrer; denn du bist auch Vater ja
Von Kindern: billig zeigst du våterlichen Sinn.
Nicht meinetwegen sorg' ich, wenn ich flichen muß;
Nur sie bewein' ich, daß der Unfall sie betraf.
Kreon.
Mir ward mitnichten ein tyrannisch harter Sinn;
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Ich ließ mich oft erbitten zum Verderben mir.
Auch nun gewahr' ich wieder, daß ich fehle, Weib;
Gleichwohl erlangst du dieses; doch ich sage dir:
Wenn morgen Helios' Fackel deine Söhn' und dich
Noch innerhalb der Gränzen dieses Landes sieht;
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So stirbst du: dieses sagt ich, sicher trifft es ein.
Jezt, mußt du bleiben, bleibe noch den Einen Tag;
Denn Nichts von dem vollbringst du, was mich angstiget.
1
(ab.)
Unglückliches Weib!
Chor.
Medea. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .