Sprich so wie ich gesprochen; wenn das wahre Wort
Dich schmerzt, so mußtest du dich nicht vergehn an mir.
Pheres.
An deiner Statt mich opfernd, hått' ich mehr gefehlt.
Admetos.
Eins ist es, ob ein Jungling, ob ein Alter stirbt?
Pheres.
Ein einzig Leben leben wir, kein doppeltes.
695
Admetos.
Nun, lebe du denn långer, als der höchste Zeus!
Pheres.
Du fluchst den Aeltern, welche dir kein Leid gethan?
Admetos.
Du liebst ein langes Leben ja; dies merkt ich wohl.
Pheres.
Bestattest du die Todte nicht an deiner Statt?
Admetos.
Hier offenbart sich deine Feigheit, Schändlicher!
700
Pheres.
Nicht meinetwegen starb sie; das behaupte nicht.
Admetos.
Ddaß du dieses Mannes einst bedürfen mögst!
1
Pheres.
Viel Weiber freie, daß dir sterben mehrere.
Admetos.
Das wäre dir Schmach; du entzogst dem Tode dich.
Pheres.
Suß ist es, dieses Gotteslicht, uns allen süß.
705
Admetos.
Feigherzig ist dein Sehnen, nicht wie's Männern ziemt.
Pheres.
Wohl wirst du lachend nicht den Greis beerdigen.
Admetos.
Doch wirst du ruhmlos sterben, wann du sterben magst.
Pheres.
Geschmåht zu werden, kummert mich im Tode nicht.
Admetos.
Weh, weh! Das Alter, wie so schamlos ist es doch!
710
Pheres.
Die war nicht schamlos, aber thricht fandst du sie.
Admetos.
Geh fort, und laß die Todte mich beerdigen.
Pheres.
Ich gehe; du bestatte, die du mordetest!
Doch deinen Anverwandten wirst du's büßen noch.
Fürwahr, Akastos wäre mir kein Mann hinfort,
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Ließ' er das Blut der Schwester ungericht an dir.
(ab.)
Admetos.
Fluch dir und jener, die mit dir im Hause wohnt!
Obwohl der Sohn lebt, altert, wie ihr's würdig seid,
Als Kinderlose; nicht in Einem Haus mit mir
Dürst ihr verweilen! Must' ich auch durch Heroldsruf
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Dem Vaterheerd' entsagen, wohl entsagt' ich ihm.
Doch wir, ertragend, was die Gegenwart verhångt,
Zum Scheiterhausen führen wir die Todte nun.
(ab mit dem Trauergefolge.)
Chor.
Alcestis. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .