Ihr selbst, o meine Kinder, habt des Vaters Wort
Nunmehr vernommen, daß er nie ein andres Weib
365
Als Mutter euch zuführen und mich hohnen wird.
Admetos.
Nochmals gelob' ich's, und vollenden werd' ich es.
Alkestis.
- Auf dieses nimm aus meiner Hand die Kinder hin.
Admetos.
Die theure Gabe nehm' ich aus der theuren Hand.
Alkestis.
Du werde Mutter ihnen jest an meiner Statt.
370
Admetos.
Wohl haben sie mich nothig, sind sie dein beraubt.
Alkestis.
Ich sollte leben, Kinder, und ich muß hinab!
Admetos.
Was soll ich, ach! beginnen, so getrennt von dir?
Alkestis.
Nichts ist ein Todter; deinen Gram erweicht die Zeit.
Admetos.
Nimm, bei den Göttern, nimm mich auch hinab mit dir!
375
Alkestis.
Ich bin genug schon, die für dich den Tod erwählt.
Admetos.
Schicksal, welches Ehgemahls beraubst du mich!
Alkestis.
Mein Auge dunkelt, und die Blicke werden schwer.
Admetos.
Ich bin verloren, wenn du mich verlåssest, Frau.
Alkestis.
nenne mich nicht weiter, die gewesen ist!
380
Admetos.
Richt' auf das Antliz! D verlaß die Kinder nicht!
Alkestis.
Ungerne, wahrlich; doch, o Kinder, lebet wohl!
Admetos.
Nach ihnen blicke, blicke hin!
Was willst du? Scheiden?
Alkestis.
Nicht mehr bin ich.
Lebe wohl!
Admetos.
Verlorner ich!
Chor.
Nicht mehr, dahingeschieden ist Admetos' Weib!
385
Strophe.
Eumelos.
Alcestis. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .