Euripides Alcestis 280

Johann Jakob Christian Donner (Translator)

Du siehst, Admetos, wie mein Loos gefallen ist;
Drum, eh' ich sterbe, sag' ich meine Wünsche dir.
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Ich liebe dich, und hoher als mein Leben galt
Mir dieses, daß du fürder såhst der Sonne Licht;
So sterb' ich denn statt deiner, konnt' ich leben auch,
Und wen ich wollte, freien aus Thessalia,
Ein Haus bewohnend, hochbeglückt im Herrscherglanz.
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Mich lockte nicht ein Leben, losgetrennt von dir,
Mit vaterlosen Kindern, und ich schonte nicht
Der Jugendblüte Gaben, die mein Herz erfreut.
Dein Vater, deine Mutter zwar verriethen dich,
Da Sterben ihnen wohl geziemt' als Velteren,
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Und wohl, den Sohn zu retten durch ehrvollen Tod;
Denn du allein bliebst ihnen, und sie konnten nicht
Auf andre Kinder hoffen, starbest du dahin.
Ich lebte dann, und du vertrauertest nicht allein
Dein künftig Leben, deines Ehgemahls beraubt, 1
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Noch müßtest Waisen auferziehn. Doch dieses hat
Gefügt der Götter einer, daß es so geschah.
Wohlan, gedenke du mir nun an solche Gunst;
Denn nicht um eine gleiche fleh' ich je dich an,
(Nichts auf der Welt ist edler als das Leben ja,)
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Gerechtes bitt' ich, was du selbst bekennen wirst;
Du liebst wie ich die Kinder, wenn du weise denkst.
Erziehe sie zu meines Hauses Erben auf,
Führ' ihnen nicht ein fremdes Weib als Mutter zu,
Die boser, als Alkestis, und aus scheelem Neid
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Die Hand an deine Kinder und an meine legt.
Nicht also thu' an ihnen, ich beschwore dich.
Stiefmütter sind den vorgebornen Kindern gram,
Ja, sind um nichts gelinder, als der Schlange Brut.
Wohl hat der Sohn am Vater eine starke Wehr;
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Doch was, o Tochter, wird hinfort dein Schicksal sein,
Wenn, welch ein Weib? sich deinem Vater anvermählt,
Die bösen Ruf auf deinen Namen bringt, und so
In deiner Jugendblüte dir die Freier raubt?
Denn nicht die Mutter wird dich einst ausstatten, Kind,
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Wird bei Geburten nimmer dich ermuthigen,
Dir nahe, wo Nichts holder als die Mutter ist.
Denn sterben muß ich, und mir kommt nicht morgen erst,
Und auch an dritten Tage nicht das Misgeschick;
Gleich zählt man mich zu denen, die gewesen sind.
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Lebt wohl in Freuden! Rühmen darfst du, mein Gemahl,
Daß du der Frauen beste dir erlesen hast,
Ihr, daß die beste Mutter euch beschieden ward. 2

Alcestis. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .

Current edition Experimental

German (J. J. C. Donner, 1841; OCR review) (OCR draft) (German) (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 1, Heidelberg: C. F. Winter, 1841. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.)

Provisional text from uncorrected OCR; expect errors.

Editions (1)
Ἄλκηστις Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. I. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1902.) — 280-434 focus
Translations (2)
Alcestis Perseus (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. I. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1906.) — 280-430 focus
Alcestis (OCR draft) Experimental (Alcestis. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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Notes on the current edition

Alcestis

1. [OCR note; compare the printed page.] L. οὐκ ξ. κἐκ. Compare printed p. 405
2. [OCR note; compare the printed page.] L. ὑμῖν δ᾽ ἀρίστης μ. ἐ. Compare printed p. 405