Danach bauten die Syrakusaner und ihre Bundesgenossen
eine einfache Mauer, von der Stadt angefangen landeinwärts durch
Epipolä durch bis an die Quermauer, damit eS den Athenern, sofern
sie das nicht hindern könnten, unmöglich würde, sie ganz mit ihrer
Mauer einzuschließen. Auch die Athener rückten mit ihrem Bau
schon landeinwärts, denn sie hatten die Mauer am Meer bereits
vollendet. Eine Stelle der athenischen Mauer war aber schwach,
und so bot Gylippos in einer Nacht sein Heer auf und rückte gegen
diesen Punkt heran. Wie das aber die Athener merkten, denn sie
hatten sich zufällig die Nacht über außerhalb gelagert, so marschirten
sie ihm entgegen, und da jener dieß sah, so führte er die Seinigen
rasch wieder ab. An dieser Stelle nun bauten die Athener ihre
Mauer noch höher und hielten daselbst Wache, und auch ihren
Bundesgenossen wiesen sie an der übrigen Mauer die Stelle an, wo ein
Jeder Wache halten sollte.
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Dem Nikias aber schien es gut, das sogenannte Plemmyrion
zu befestigen. Es ist dieß ein Vorgebirg, der Stadt grade gegenüber,
springt über den großen Hasen vor und verengt dessen Einfahrt.
Wenn dasselbe befestigt würde, so schien es ihm, werde die nöthige
Zufuhr leichter vor sich gehen, denn so würden seine Schiffe in
größerer Nähe beim Hafen der Syrakusaner ankern, und wenn diese
etwas mit ihrer Flotte unternehmen sollten, so dürfte er nicht erst
aus dem entfernten Winkel des Hafens sein Ansegeln gegen sie in's
Werk fetzen. Und überhaupt dachte er sich jetzt mehr an den
Seekrieg zu halten, da er sah, daß seit des Gylippos Ankunft der Krieg
zu Lande wenig mehr versprach. So brachte er also sein Heer und
die Schifft hinüber und erbaute drei Kastelle, in denen dann auch
das Meiste von Geräthschaften aufbewahrt lag, und auch die großen
Schiffe gingen dort vor Anker und die Schnellsegler, weßhalb denn
auch, wohl schon von jetzt an, die Schiffsmannschaft in eine schlimme
Lage kam, denn es war nur wenig Wasser da und weither zu holen,
und auch wenn die Schiffsleute zum Holzsammeln ausgingen, wurden
sie von den Syrakusanischen Reitern, welche die Gegend beherrshcten,
niedergemacht. Die Syrakufier hatten nämlich den dritten Theil
ihrer Reiterei derer in Plemmyrion wegen bei dem Städtchen am
Olympieion aufgestellt. Nun erfuhr Nikias, daß auch die übrigen
Schiffe der Korinther im Ansegeln seien, und schickte, ihnen
aufzupassen, zwanzig von seinen Schiffen ab, denen befohlen wurde, in
der Gegend von Lokri und Rhegium und an den fikelischen
Landungspunkten auf der Lauer zu liegen.