Als aber Perdikkas mit dem Heere schon beim Passe Lynkos
stand, erklärte Brasidas, er wolle zuerst wo möglich durch gütliche
Ueberredung den Arrhibäos als Bundesgenossen für die Lakedämonier
zu gewinnen suchen, bevor man zu den Feindseligkeiten schreite.
Arrhibäos hatte nämlich schon durch den Herold etwas davon merken
lassen, daß er bereit sei, sich dem Schiedsgericht des Brasidas zu
unterwerfen, und auch die anwesenden Chalkidischen Gesandten gaben
ihm an die Hand, er solle doch dem Perdikkas nicht alle
Schwierigleiten aus dem Wege räumen, damit er sich leichter herbeilasse, auch
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zu ihrem eigenen Nutzen thätig zu sein. Auch hatten die Gesandten
des Perdikkas in Lakedämon ein Versprechen der Art gegeben, als
mache er sich anheischig, ihnen aus seinen Nachbarländern zahlreiche
Bundesgenossen zu gewinnen, so daß Brasidas, sich daraus berufend,
das Verhältniß zum Arrhibäos lieber vom Standpunkt der
Gemeinsamkeit ordnen wollte. Perdikkas aber erklärte, er habe den Brasidas
nicht zum Schiedsrichter ihrer Streitigkeiten herbeigerufen, sondern
damit er die Feinde unschädlich mache, die er ihm bezeichne, und es
sei auch deßhalb ein Unrecht, mit dem Arrhibäos zu unterhandeln,
weil er die Kosten der Ernährung des Heeres zur Hälfte trage. Aber
auch gegen den Willen des Perdikkas und im Zerwürfniß mit ihm
kam Brasidas mit jenem zusammen und wurde von ihm überredet,
sein Heer zurückzuziehen, bevor er noch in sein Gebiet eingefallen war.
Perdikkas aber, im Glauben, daß ihm Unrecht geschehe, bezahlte von
jetzt an, anstatt der halben Unterhaltungskosten, nur den dritten Theil.