Um dieselbige Zeit in diesem Sommer marschirte
Brasidas mit taufend und siebenhundert Schwerbewaffneten gegen die
diesseitige Gränzlandschaft von Thrakien, und als er in dem Trachinischen
Hcraklea angekommen war und einen Boten an seine Freunde
nach Pharsalos geschickt hatte, mit der Bitte, ihn und sein Heer durch
das Land zu geleiten, kamen zu ihm nach dem Achaischen Melitia
Panäros und Doros und Hippolochidas und Torylaos und
Strophakos, der Staats-Gastfreund der Chalkidier, und dann setzte er seinen
Marsch fort. Aber auch noch andere Thessaler und unter diesen
Nikonidas aus Larissa, Freund des Perdikkas, gaben ihm das Geleite.
Denn durch Thessalien ist auch sonst überhaupt nicht leicht
durchzukommen ohne Geleitsmann, geschweige denn gar bewaffnet, wie denn
auch bei sämmtlichen Hellenen sich Jeder wohl bedenken würde,
fremdes Gebiet zu durchziehen, ohne die Erlaubniß dazu erwirkt zu haben;
auch war die große Masse der Thessaler immer den Athenern zugeneigt.
Wenn also bei den Thessalern im Lande nicht die Gewaltherrschaften
in größerer Zahl bestünden, als Staaten mit Rechtsgleichheit für
Alle, so wäre er gar nicht vorwärts gekommen, zumal sogar unter
diesen Umständen Leute von der Gegenpartei seiner Freunde sich am
EnipeuSflusse, seinen Marsch aufhaltend, in den Weg stellten und ihm
sagten, daß er Unrecht thue, so ohne Erlaubniß ihrer Oberbehörde
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daherzumarfchiren. Seine Geleitsmänner gaben zur Antwort, sie
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würden auch gegen den Willen jener gar nicht das Geleit übernom- y
men haben, aber er sei ganz plötzlich erschienen, und so geleiteten sie
ihn eben, weil sie seine Gastsreunde seien. AuchBrasidas selbst redete
ihnen zu, er komme als ihr und Thessaliens Freund und trage die
Waffen gegen seine Feinde, die Athener, und nicht gegen sie, und er
wisse auch gar Nichts davon, daß zwischen Thessalern und
Lakedämoniern Feindschaft herrshce, so daß Einer das Land des Andern nicht
betreten dürfe; und auch jetzt wolle er seinen Marsch nicht gegen ihren
Willen fortsetzen und er könne es auch nicht; doch erwarte er auch
nicht, daß sie ihn hindern wollten. Jene nun zogen, nachdem sie dieß
gehört hatten, wieder ab, er aber setzte aus den Rath seiner
Geleitsmänner, bevor ein neues größeres Hinderniß einträte, seinen Weg
ohne Aufenthalt im Eilmarsch fort. An demselben Tage, an welchem
er von Melitia aufgebrochen war, kam er auch noch bis PharsaloS,
wo er sich am Flusse Apidanos lagerte, und von hier nach Phakion
und von da weiter nach Perrhäbia. Hier gingen die Thessalischen
Geleitsmänncr wieder zurück, und nun brachten ihn die Petr heber,
Unterthanen derThessaler, nach Dion im Gebiet des Perdikkas, einem
Makedonischen Städtchen gegen die Thessalische Gränze hin am Fuß
des Olumpos gelegen.