nach Athen, und die Athener glaubten sich bereits aufs Äußerste
gefaßt machen zu müssen, da auch die übrigen Bundesgenossen
sich nach dem Abfall dieser wichtigsten Stadt schwerlich länger
zugeben würden. Sie beschlossen deshalb, die für die Dauer
des ganzen Krieges als unangreifbar zurückgelegten tausend
Talente anzugreifen, und hoben im ersten Schrecken die früher
gegen dahingehende Anträge und Abstimmungen erlassenen
Strafbestimmungen sogleich wieder auf. Weiter beschlossen sie,
eine große Anzahl Schiffe in Dienst zu stellen, auch die acht
Schiffe des Bewachungsgeschwaders vor dem Peiraios, welche
sich von dort zur Verfolgung der Schiffe des Chalkideus auf
gemacht, diese aber nicht getroffen hatten und dann zurück-
gekommen waren, unter Strombichides, Diotimos' Sohn, sofort
nach Chios abgehen zu lassen und ihnen alsbald noch zwölf
andere, die bis dahin ebenfalls zu seinem Geschwader gehört,
unter Thrasikles nachzuschicken. Die sieben Schiffe der Chier,
welche mit vor dem Peiraios gelegen hatten, zogen sie von
dort zurück, ließen die darauf befindlichen Sklaven frei, die
Freien aber ins Gefängnis werfen. Die abgegangenen Schiffe
ersetzten sie alle durch eilig bemannte andere, um die Peloponne
sier weiter einzuschließen. So waren sie in voller Tätigkeit
und setzten alles dran, um in Chios mit den nötigen Streit
kräften aufzutreten.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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