sammelt, nahmen sie alles, was ihnen an Gefangenen in die
Hände gefallen war, sowie die erbeuteten Waffen mit und
zogen wieder nach der Stadt zurück. Die Athener und deren
Bundesgenossen, welche in Gefangenschaft geraten waren,
brachten sie in die Steinbrüche, Nikias und Demosthenes aber
ließen sie hinrichten, obgleich Gylippos damit nicht einverstanden
war. Gylippos hoffte nämlich, hohen Ruhm damit einzulegen,
wenn er den Lakedämoniern nun obendrein auch die feindlichen
Feldherren mit einbringen könnte. Zufällig aber war der eine
grade ihr gefährlichster Feind, der es ihnen auf der Insel und
bei Pylos angetan, der andere der Mann, der sich ihrer dieser
halb aufs wärmste angenommen hatte. Denn Nikias war
damals, als er die Athener zum Abschluß des Friedens bewog,
für die Herausgabe der auf der Insel gefangenen Lakedämonier
lebhaft eingetreten. Dafür waren die Lakedämonier ihm freund
lich gesinnt, und hauptsächlich aus diesem Grunde hatte auch
er sich vertrauensvoll an Gylippos ergeben. In Syrakus aber
fürchteten manche, die früher, wie erwähnt, Verbindungen mit
ihm unterhalten hatten, er möchte darüber auf der Folter Aus
sagen machen, die ihnen den Hals kosten würden, während
andere, namentlich die Korinther, besorgten, bei seinem Reich
tum könnte er vielleicht Leute finden, die ihm für ein Stück
Geld zur Flucht verhülfen, und ihnen später von neuem zu
schaffen machen. Die brachten die Bundesgenossen auf ihre
Seite, und man ließ ihn hinrichten. Diese oder auch ähnliche
Rücksichten wurden die Ursache, daß er durch Henkershand
endete, obwohl grade er, dem zeitlebens die Tugend Richtschnur
seines Handelns gewesen war, unter allen Griechen meiner
Zeit ein solches Schicksal denn doch am wenigsten verdient
hatte.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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