den Erzfeinden wollen wir nun nach Herzenslust zu Leibe gehen
und daran denken, daß wir nicht nur volles Recht haben, unsern
Mut an ihnen zu kühlen und sie für ihren ruchlosen Angriff
zu bestrafen, sondern jetzt auch in der Lage sind, uns an unseren
Feinden zu rächen, und daß, wie es im Sprichwort heißt, die
Rache süß ist. Daß sie unsere Feinde, unsere bösesten Feinde
sind, wißt ihr alle. Sind sie uns doch ins Land gekommen,
um uns zu unterjochen, und wenn ihnen das gelungen, so
würden sie den Männern grausam zugesetzt, Weiber und Kinder
schandbar mißhandelt und der ganzen Stadt Schimpf und
Schande angetan haben. Deshalb darf man nicht aus Mit
leid den Großmütigen gegen sie spielen oder etwa glauben, es
wäre das beste, sie unbehelligt abziehen zu lassen. Das werden
sie schon sowieso tun, auch wenn sie uns besiegt haben. Nur
wenn wir unsere Absicht redlich ausführen, sie bestrafen und
ganz Sizilien zu der Freiheit, deren es sich früher erfreute,
verhelfen und sie fester begründen, werden wir mit Ehren aus
diesem Kampfe hervorgehen. Auch ist man nur selten in der
glücklichen Lage, unter Umständen zu schlagen, wo eine Nieder
lage so wenig ausmachen würde, ein Sieg aber die größten
Vorteile verspricht."
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.