als wir noch unerfahren waren, den Mut eingab, den Kampf
zu wagen, ist gewachsen, seitdem wir die Stärksten besiegt und
uns jetzt noch davon überzeugt haben, daß wir auch ihnen über
legen sind, nnd wir rechnen deshalb alle mit doppelter Zu
versicht auf den Sieg. Je größer aber die Zuversicht, um so
größer auch die Freudigkeit zur Schlacht. An die Einrichtungen,
die sie uns nachgemacht, sind wir bei unserer Kampfesweise
schon gewöhnt, und sie werden uns mit alledem keine Über
raschungen bereiten. Da sie gegen ihre sonstige Gepflogenheit
viele Hopliten auf dem Verdeck und viele Speerschützen, sozu
sagen doch bloße Landratten, an Bord haben, Akarnanier und
andere mehr, die es selbst im Sitzen nicht fertigbringen würden,
mit dem Schuß richtig abzukommen, wie sollten die nicht ihren
eigenen Schiffen hinderlich werden und bei der ungewohnten
Bewegung alle untereinander in Verwirrung geraten? Auch
die Menge ihrer Schiffe wird ihnen nichts helfen, wenn sich
hier etwa jemand vor der Überzahl fürchten sollte. Denn in
dem engen Raum werden ihre Schiffe die beabsichtigten Be
wegungen vielfach nickt ausführen, wir aber durch die Einrich
tungen auf unseren Schiffen ihnen um so leichter schaden können.
Und nun noch eine Mitteilung, deren Richtigkeit nach den uns
gewordenen Nachrichten nicht zu bezweifeln ist. Sie haben
nämlich infolge ihrer schweren Niederlagen im Dränge der
Not, nicht etwa im Vertrauen auf ihre Schlagfertigkeit, sondern
um womöglich ihr Heil noch einmal zu versuchen, den ver
zweifelten Entschluß gefaßt, sich entweder mit der Flotte durch
zuschlagen, oder nahcher zu Lande abzuziehen, da sie dann
wenigstens ihrer Meinung nach immer noch nicht schlimmer
dran sein würden als jetzt.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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