Verschwörung gab, und plötzliche Furcht, wodurch Harmodios
und Aristogeiton zu dieser unbesonnenen Ausführung ihres
Unternehmens bestimmt wurden. Seit der Zeit aber lastete
die Herrschaft der Tyrannen schwerer auf den Athenern, und
Hippias, der jetzt ängstlicher geworden war, ließ nicht nur
viele Bürger umbringen, sondern sah sich zu seiner Sicherheit
auch auswärts für alle Fälle nach Verbindungen um. Wenigstens
gab er seine Tochter Archedike Aiantides, dem Sohne des
Tyrannen Hippokles von Lampsakos, zur Frau, trotzdem er
ein Athener und der nur aus Lampsakos war, weil er gehört,
daß sie bei König Dareios großen Einfluß hätten. In Lamp
sakos befindet sich ihr Grabdenkmal mit folgender Inschrift:
„Diese Asche beschließt Archedike, Hippias' Tochter,
Welchen Griechenland einst unter die besten gezählt.
War sie auch Tochter und Gattin und Schwester und Mutter
von Fürsten,
Hat das ihr edeles Herz doch nicht zum Hochmut verführt."
Noch drei Jahr behauptete sich Hippias in Athen als Tyrann,
im vierten aber wurde er von den Lakedämoniern und den
aus der Verbannung zurückgekehrten Alkmäoniden vertrieben.
Nachdem man ihm freien Abzug gewährt, begab er sich erst
nach Sigeion und dann zu Aiantides nach Lampsakos, von dort
aber zum König Dareios, von wo er zwanzig Jahr später,
schon hochbetagt, den Zug der Perser nach Marathon mit
machte.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.