den Syrakusern ihre Toten unter Waffenstillstand heraus und
erhielten ihrerseits die Leichen deS Lamachos und seiner mit
ihm gefallenen Begleiter zurück. Und nun, wo ihre ganze
Macht, Flotte und Landheer, zur Stelle war, schlossen sie
Syrakus von Epipolai und dem AbHange her bis an die See
mit einer doppelten Mauer ein. Lebensmittel für das Heer
wurden ihnen aus Italien von allen Seiten zugeführt. Auch
schlossen sich jetzt noch viele Sikeler ihrem Heere an, die bis
dahin damit noch gewartet hatten, und aus Tyrsenien kamen
ihnen drei Funfzigruderer zu Hilfe. Überhaupt ging ihnen
alles nach Wunsche. Die Syrakuser aber glaubten nicht mehr
an einen glücklichen Ausgang des Krieges, da ihnen auch vom
Peloponnes keine Hilfe gekommen war, auch wurden bei ihnen
bereits Stimmen für den Frieden laut und Verhandlungen
darüber mit Nikias angeknüpft, der seit LamachoS' Tode den
Oberbefehl allein führte. Zum Abschluß kam die Sache freilich
nicht, doch wurde sie, wie das in einer so bedrängten und
immer härter belagerten Bevölkerung begreiflich ist, sowohl
mit ihm und mehr noch in der Stadt ernstlich erwogen. Denn
hier traute man jetzt in der Not selbst einander nicht mehr,
und die Feldherren, unter denen es dahin gekommen, und
deren Ungeschick oder Verrat vermeintlich daran schuld war,
wurden abgesetzt und andere, Herakleides, Eukles und Tellias,
statt ihrer dazu gewählt.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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