Schiffe von Korinth bereits bei Leukas angekommen in der
Absicht, Sizilien schleunig Hilfe zu leisten. Als aber Unglücks
posten an sie gelangten und immer wieder die falsche Nach
richt brachten, daß Syrakus schon gänzlich eingeschlossen wäre,
gab Gylippos alle Hoffnung für Sizilien auf und beschloß,
sein Glück in Italien zu versuchen. Er selbst und der Ko
rinther Pythen fuhren mit zwei lakonischen und zwei korin
thischen Schiffen quer durch das Ionische Meer nach Tarent
hinüber, während die Korinther zu ihren eigenen noch zwei
leukadische und drei amprakische Schiffe bemannen lassen und
ihnen damit nachkommen wollten. Von Tarent knüpfte Gy
lippos zunächst Verhandlungen mit den Thuriern an und führte
dabei auch das frühere Bürgerrecht seines Vaters ins Feld.
Da es ihm jedoch nicht gelang, sie auf seine Seite zu ziehen,
ging er wieder in See und setzte seine Fahrt an der Küste
Italiens fort. Im Golf von Tarent wurde er vom Winde,
der dort, wenn er nach Norden springt, als heftiger Landwind
auftritt, in die offene See verschlagen, und da sich der Sturm
hier von neuem erst recht aufmachte, gezwungen, nach Tarent
zurückzukehren, wo er seine, durch das schwere Wetter be
schädigten Schiffe ans Land ziehen und ausbessern ließ. Nikias
aber, der von seiner Fahrt hörte und, wie es auch den Thunern
gegangen war, ihn mit seinen paar Schiffen verachtete und
darin nichts weiter als einen Piratenzug sah, hielt es nicht
für nötig, irgendwelche Vorsichtsmaßregeln gegen ihn zu
treffen.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.