brach er ebenfalls von der Höhe bei Kerdylion auf und rückte
mit seinem Heere in Amphipolis ein. Aus der Stadt zu kommen
und den Athenern in Reih und Glied entgegenzutreten, wagte
er nicht, weil er seinen Truppen nicht traute, die er den Athenern
nicht für gewahcsen hielt, nicht an Zahl, denn die war einiger
maßen gleich, wohl aber an Güte; denn ihr Heer bestand aus
athenischen Kerntruppen und den besten Leuten auS Lemnos
und Jmbros. Dagegen dachte er ihnen durch List beizukommen.
Er glaubte nämlich, wenn er den Gegnern seine Truppen nicht
vorher zeigte, eher Aussicht zu haben, sie zu besiegen, als wenn
er ihnen schon vorher Gelegenheit gegeben, sich mit eigenen
Augen von der Zahl und der nur notdürftigen Bewaffnung
seiner Leute zu überzeugen. Er wählte sich also selbst hundert
funfzig Hopliten aus und übergab die übrigen Klearidas in
der Absicht, die Athener, bevor sie abzögen, unversehens an
zugreifen, weil er glaubte, wenn sie erst ihre Verstärkungen
erhalten, würde er sie schwerlich wieder so allein zu fassen
kriegen. Er rief deshalb alle seine Soldaten zusammen, um
sie zu ermutigen und sie über seine Absicht aufzuklären, und
redete sie also an:
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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