hatten und von ihrer Waffe Gebrauch machen konnten, hielten
die Athener stand; denn die Atolier, die keine Panzer hatten,
wurden durch die Pfeile in Schach gehalten. Als jedoch der
Führer der Bogenschützen gefallen war und diese zersprengt,
sie selbst aber infolge der langen, unausgesetzten Anstrengung
erschöpft wurden, auch die Ätolier nun auf sie eindrangen und
mit Speerwürfen überschütteten, gaben sie schließlich Fersengeld
und suchten daS Weite, wobei sie in unwegsame Schluchten
und unbekannte Gegenden gerieten und große Verluste erlitten.
Denn zu ihrem Unglück war auch ihr wegkundiger Führer,
der Messenier Chromon, gefallen. Die flinken, leichtbewaffneten
Ätolier aber mit ihren Speeren ereilten viele von ihnen gleich
auf der Flucht und machten sie nieder; die meisten aber, die
sich in einen Wald verirrt hatten, aus dem sie sich nicht wieder
hinausfinden konnten, verbrannten sie, indem sie ringsherum
Feuer anlegten. Unter allen Schrecken der Flucht und des
Todes gelangten die Trümmer des athenischen Heeres mit ge
nauer Not an die See und nach Oineon in Lokris, von wo
man aufgebrochen war. Von den Bundesgenossen waren viele,
von den Athenern selbst gegen hundertzwanzig Hopliten ge
fallen. So viele grade ihrer besten Männer im kräftigsten
Alter hatte die Stadt Athen auf diesem Feldzuge eingebüßt.
Auch Prokles, der eine Feldherr, war geblieben. Nachdem sie
unter dem ihnen von den Atoliern gewährten Waffenstillstands
ihre Toten gesammelt hatten, zogen sie nach Naupaktos ab,
von wo sie später zu Schiff nach Athen zurückkehrten. Demo
sthenes aber blieb in Naupaktos und in jener Gegend, weil
er sich nach den: unglücklichen Ausgange des Feldzugs vor den
Athenern fürchtete.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.