Eile auf und machten sich an der Küste entlang auf den Rück
weg. Bei Leukas zogen sie, um bei der Fahrt um die Insel
nicht gesehen zu werden, ihre Schiffe über die Nehrung und
kamen auch glücklich nach Hause. Als die Kerkyräer hörten,
daß die athenische Flotte im Ansegeln nnd die feindliche ab
gezogen sei, nahmen sie die Messenier, die bis dahin draußen
gelegen hatten, in die Stadt auf und ließen die von ihnen be
mannten Schiffe nach dem hylläischen Hafen herumfahren,
töteten auch auf der Fahrt alles, was ihnen von Gegnern in
die Hände fiel. Die Leute, welche sich auf ihr Zureden zum
Schiffsdienst verstanden hatten, setzten sie wieder an Land und
brachten sie um. Dann zogen sie nach dem Heratempel und
überredeten etwa fünfzig der darin befindlichen Flüchtlinge,
sich einem gerichtlichen Verfahren zu unterwerfen, und ver
urteilten sie alle zum Tode. Die meisten aber, die sich dem
nicht unterworfen hatten und nun sahen, wie es den anderen
erging, brachten einander im Heiligtum um, erhängten sich an
den Bäumen oder nahmen, so gut eben jeder konnte, sich selbst
das Leben. Sieben Tage, solange Eurymedon nach seiner
Ankunft mit den sechzig Schiffen dort blieb, währte das Morden
der Kerkyräer gegen alle, welche ihrer Meinung nach in der
Stadt zu ihren Gegnern gehörten. War es dabei zunächst nur
auf diejenigen abgesehen, die den Sturz der Demokratie ver
schuldet, so wurden doch auch manche aus Privatfeindschaft
oder Gläubiger von ihren Schuldnern umgebracht. Ein grausiger
Zug des Todes! Was immer bei solchen Gelegenheiten Ent
setzliches vorzukommen pflegt, wurde hier womöglich noch über
boten. Väter töteten ihre Söhne; die Menschen wurden von
den Altären gerissen und an den Stufen niedergemacht. Einige
mauerte man im Tempel des Dionysos ein und ließ sie darin
verschmachten.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.