euch gehalten. Später erst sind wir Feinde geworden, und
zwar durch eure Schuld. Denn damals, als die Thebaner uns
vergewaltigen wollten und wir euch um ein Bündnis baten,
habt ihr uns abgewiesen und unS geraten, uns an die Athener
zu wenden, die wir in der Nähe hätten, während ihr uns zu
fern wärt. In diesem Kriege aber haben wir euch doch wahr
lich nichts zuleide getan und würden das auch weiterhin
nicht getan haben. Wenn wir von den Athenern nicht ab
fallen wollten, wie ihr das verlangtet, so war das kein Unrecht.
Denn sie haben uns gegen die Thebaner beigestanden, als ihr
uns im Stich ließt, und es wäre nicht schön gewesen, wären
wir ihnen untreu geworden. Nachdem sie uns so viel Gutes
getan, uns auf unsere Bitten als Bundesgenossen angenommen
und uns zum Bürgerrechte zugelassen hatten, war es nur unsere
Pflicht und Schuldigkeit, ihren Befehlen bereitwillig nachzu
kommen. Wenn ihr beide euren Bundesgenossen etwas be
fehlt, was nicht recht ist, und sie gehorchen, so tun sie das
nicht auf ihre, sondern auf eure Verantwortung, weil sie euren
Willen tun müssen.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.