Brasidas und Lykophron als Beiräte zur Seite und ließen
ihm bedeuten, er möge es das nächste Mal besser machen und
sich nicht von ein paar Schiffen von der See wegfegen lassen.
Denn die Sache schien ihnen unbegreiflich, hauptsächlich weil
sie sich hier zum erstenmal in einer Seeschlacht versucht und
von der Minderwertigkeit ihrer Flotte keine Ahnung hatten,
sondern glaubten, man sei nicht schneidig genug draufgegangen.
Daß die Athener die lange Erfahrung hatten, sie selbst aber
erst Anfänger waren, brachten sie nicht in Anschlag. In ihrem
Unwillen darüber schickten sie ihm nun die drei Männer. Diese
sandten auch gleich nach ihrer Ankunft bei Knemos an alle
Städte den Befehl, Schiffe zu stellen, ließen auch die noch
vorhandenen wieder ausbessern, um von neuem eine Schlacht
zu wagen. Aber auch Phormion sandte nach Athen einen
Bericht über die gewonnene Schlacht und die neuen Rüstungen
der Feinde mit der Bitte, ihm unverzüglich so viel Schiffe wie
möglich zu schicken, da er täglich auf eine Schlacht gefaßt sein
müsse. Die Athener schickten auch zwanzig Schiffe an ihn ab,
trugen aber dem Befehlshaber auf, auch Kreta bei der Ge
legenheit anzulaufen. Der Kreter Nikias aus Gortyua, ihr
dortiger Staatsgastfreund, hatte ihnen nämlich zu einem Ab
stecher nach Kpdonia geraten und versprochen, ihnen zur Herr
schaft über diese, ihnen damals feindliche Stadt zu verhelfen.
In der Tat aber hatte er es nur den Polichnitern, den Nach
barn der Kydonier, zu Gefallen getan. Der Athener mit seinen
zwanzig Schiffen kam auch wirklich nach Kreta und verheerte
dort mit den Polichnitern das Gebiet der Kydonier, wurde
darauf aber erst durch widrige Winde, dann durch Windstille
längere Zeit dort festgehalten.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.