in Körbe aus Schilfgesiecht und warfen ihn so in die Sinke,
damit er nicht nachschurren und wie das lose Erdreich weg
geschafft werden könnte. Da den Platäern dieser Weg ver
legt war, gaben sie die Sache auf, trieben nun aber unter
der Erde einen Stollen aus der Stadt hinaus, und nachdem
sie sich vergewissert, daß sie damit unter dem Damme waren,
räumten sie das Erdreich unten ab und schafften es in die
Stadt. Die draußen aber merkten längere Zeit nichts davon,
und so kamen sie trotz allen Aufschüttens nicht recht weiter,
weil der Damm von unten abgegraben wurde und sich über
der leeren Stelle immer wieder senkte. Die Platäer befürch
teten jedoch, sich bei ihrer geringen Zahl auf die Dauer gegen
die große Menge auch so nicht halten zu können, und dachten
sich deshalb noch mal was anderes aus: an dem großen Turm
dem Damm gegenüber stellten sie die Arbeit ein, bauten aber
eine zu dessen beiden Seiten nach innen an die kürzere Stadt
mauer ansetzende halbmondförmige zweite Mauer innerhalb
der Stadt, damit sie, wenn die Hauptmauer genommen würde,
noch vorhielte und der Feind genötigt wäre, gegen sie einen
neuen Damm aufzuschütten, bei weiterem Vordringen also
doppelte Arbeit hätte und dabei außerdem von beiden Seiten
besser beschossen werden könnte. Die Peloponnesier aber brachten,
während sie den Damm aufschütteten, auch ihre Belagerungs
mashcinen an die Stadt heran, von denen eine, welche dem großen
Turm gegenüber aufgestellt war, diesen so heftig erschütterte,
daß die Platäer darüber in großen Schreck gerieten. Gleich
zeitig waren andere an anderen Stellen der Mauer in Tätigkeit.
Die Platäer wußten jedoch mit Hilfe von Schlingen deren Stöße
abzufangen und unschädlich zu machen. Auch hängten sie
mächtige Balken an beiden Enden mit langen eisernen Ketten
an zwei auf die Mauer gelegten, über diese hinausragenden
Balken auf und zogen sie schräg in die Höhe, und wenn dann
der Stnrmbock einen Stoß führen wollte, ließen sie die eine,
nachgiebige Kette los und das hohe Ende des Balkens hinunter-
fallen, der dann durch die Gewalt des Falles den Kopf des
Sturmbocks vorn abschlug.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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