Damme gegenüber das Schutzwerk entstanden war, verzweifel
ten die Peloponnesier daran, die Stadt mit den bisherigen
Mitteln zu nehmen, und machten deshalb Anstalt, sie durch
eine förmliche Umwallung einzuschließen. Vorher aber wollten
sie es noch mit Feuer versuchen, ob sie die Stadt, die ja nicht
groß war, bei günstigem Winde nicht in Brand stecken könnten.
Denn sie waren auf jede Weise darauf bedacht, sie womöglich
ohne große Kosten und ohne förmliche Belagerung zu bezwingen.
Sie trugen also Reisigbündel herbei und warfen sie von der
Höhe des Dammes erst in die Lücke zwischen dem Damme
und der Stadtmauer, und nachdem diese bei der Menge der
Hände schnell ausgefüllt war, auch in die Stadt selbst hinein,
so weit ihnen das von oben gelingen wollte. Dann warfen
sie Feuer mit Pech und Schwefel darauf und setzten dadurch
das Reisig in Brand. Und nun entstand ein Flammenmeer,
wie man es, von Menschenhand angelegt, nie gesehen, wenn
man es auch wohl schon erlebt hatte, daß ein GebirgSwald
dadurch, daß sich die Bäume im Winde aneinander rieben,
von selbst in Brand geraten und in Feuer und Flammen auf
gegangen war. Es war ein furchtbares Feuer, und die Pla
täer, die bis dahin glücklich durchgekommen waren, wären
ums Haar verloren gewesen. Denn ein großer Teil der Stadt
war dadurch völlig unnahbar geworden, und wenn sich der
richtige Wind aufgemacht hätte, worauf die Gegner gerechnet
hatten, wäre niemand am Leben geblieben. Da aber, heißt
es, sei zu ihrem Glück ein Gewitter mit wolkenbruhcartigem
Regen eingetreten und dadurch die Flamme gelöscht und die
Gefahr beseitigt.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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