verdankt, auf die ihr euch so viel zugute tut, müßt ihr natür
lich alle Kraft einsetzen und keine Beshcwerden scheuen, solange
ihr überhaupt noch Wert auf Ehre legt. Glaubt nicht, daß
es sich in diesem Kampfe einzig und allein um Knechtschaft
oder Freiheit handelt; es handelt sich auch um den Verlust
eurer Herrschaft und um die gefährlichen Folgen deS Hasses,
den ihr euch durch eure Herrschaft zugezogen habt. Und diese
aufzugeben, seid ihr gar nicht mehr in der Lage, sollte auch
dieser oder jener dunkle Ehrenmann unter den jetzigen Um
ständen um des lieben Friedens willen dazu raten. Denn sie
ist längst Gewaltherrschaft geworden, die an sich zu reißen
unrecht sein mag, aber wieder aufzugeben gefährlich ist. Solche
Schwachköpfe mit ihrem guten Rat würden ein Gemeinwesen
bald genug zugrunde richten, wenn sie in die Lage kämen, es
auf ihre Weise zu regieren. Denn mit Friedensliebe um jeden
Preis, der keine Tatkraft zur Seite steht, kommt man nicht durch;
jedenfalls schickt sie sich nicht für eine Großmacht, sondern
höchstens für einen Vasallenstaat, wo man nichts weiter ver
langt als ein knechtisches Stilleben.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.