Fußvolk könnten wir unbedenklich einen Einfall nach Attika
wagen und ihr Land verwüsten. Aber sie haben auch anderswo
noch Land genug und können alle ihre Bedürfnisse über See
beziehen. Wollten wir dann etwa noch versuchen, ihre Bundes
genossen zum Abfall zu bewegen, so würden wir diesen, die ja
meist auf Inseln wohnen, auch mit der Flotte unter die Arme
greifen müssen. Was wird also aus dem Kriege werden? So
lange wir ihnen nicht zur See überlegen sind und Mittel und
Wege zur Unterhaltung ihrer Flotte abschneiden können, werden
wir ihnen gegenüber regelmäßig den kürzeren ziehen. Solchen-
falls aber würden wir schon Schimpfs halber die Hand zum
Frieden nicht bieten dürfen, zumal wenn es hieße, daß wir
es im Grunde doch gewesen, die den Streit angefangen. Denn
wir dürfen uns nicht einbilden, daß der Krieg bald zu Ende
sein würde, wenn wir ihnen ihr Land verwüsten. Im Gegen
teil, ich fürchte, wir werden ihn auch noch unseren Kindern
hinterlassen. So viel ist gewiß, die Athener sind viel zu stolz,
als daß sie ihrer Scholle zuliebe klein beigeben sollten, und
haben der Gefahr schon zu oft ins Auge gesehen, um sich durch
ein bißchen Krieg gleich ins Bockshorn jagen zu lassen.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.