und sehe auch unter euch hier manche, die schon alt und er
fahren genug sind, um sich nicht, wie wohl die große Mehr
heit hier, nach Krieg zu sehnen und ihn für ein Glück oder
für ein Kinderspiel zu halten. Daß der Krieg, über den ihr
jetzt verhandelt, ein gewaltiger werden wird, müßt ihr euch
bei ruhiger Überlegung selbst sagen. Unseren Nachbarn hier
im Peloponnes sind wir mit unserer Macht ja so ziemlich ge
wachsen und können ihnen nötigenfalls auch leicht ins Land
fallen. Aber mit Leuten in einem ferneren Lande, die zudem
seetüchtig und mit allem aufs beste versehen sind, - großem
Wohlstand, vollen Kassen, Schiffen, Pferden, Waffen, auch mit
Menschen mehr als irgend sonstwer in Griechenland, - und
überdies noch eine Menge steuerpflichtiger Bundesgenossen haben,
- was sollen wir mit denen so ohne weiteres Krieg anfangen,
und worauf können wir zählen, um darauf, unvorbereitet wie
wir sind, solche Eile zu haben? Auf unsere Flotte? Damit
sind sie uns überlegen, und eine brauchbare Flotte schafft man
sich nicht im Handumdrehen. Auf unser Geld? Daran fehlt
es uns erst recht. Unsere Kassen sind leer, und selbst den
Beutel zu ziehen, ist man bei uns auch nicht sonderlich ge
neigt.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.