heit nicht verdient, Lakedämonier, der Herrschaft wegen, die wir
nun mal haben, in Griechenland nicht so scheel angesehen zu
werden? Wir haben sie doch nicht mit Gewalt erworben, sondern
weil ihr nicht mehr mitwolltet, als es galt, den Persern vollends
den Rest zu geben, kamen uns die Bundesgenossen freiwillig
mit der Bitte, den Oberbefehl zu übernehmen. Erst die Verhält
nisse selbst haben uns dann später genötigt, das daraus zu machen,
was inzwischen daraus geworden ist; hauptsächlich war es unsere
eigene Sicherheit, dann unsere Ehre und schließlich auch unser
Vorteil, waS unS dazu nötigte. Die meisten haßten uns, einige
waren schon abgefallen und erst mit Gewalt wieder unterworfen,
und auch eure Freundschaft zu unS war nicht mehr die alte,
sondern durch Mißtrauen und Verstimmung getrübt, so daß es
höchst bedenklich für uns gewesen wäre, locker zu lassen und
dadurch neue Gefahren heraufzubeshcwören; denn sie würden
alle zu euch übergegangen sein. Kann man es doch keinem
verdenken, wenn er angesichts solcher Gefahren auf seine Sicher
heit Bedacht nimmt.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.