Flotte entschieden, und wir haben zum glücklichen Erfolge durch
drei Dinge das meiste beigetragen; wir hatten die meisten Schiffe,
den klügsten Feldherrn und die größte Opferwilligkeit. Denn
beinah zwei Drittel von den vierhundert Schiffen gehörten uns,
und unser Feldherr war Themistokles, der es hauptsächlich
fertigbrachte, daß es in der Meerenge zur Schlacht kam, waS
dann den glücklichen Erfolg herbeiführte. Habt ihr ihn doch
selbst hier bei seinem Besuch, wie niemals sonst einen fremden
Gast, gefeiert. Endlich haben wir auch die größte Opferwillig
keit bewiesen. Da wir zu Lande keinen Beistand fanden und
alles bis zu uns sich dem Feinde unterworfen hatte, mußten
wir uns dazu verstehen, unsere Stadt zu verlassen und Hab
und Gut aufzugeben. Unsere Bundesgenossen im Stich lassen
wollten wir nicht, und da wir ihnen in der Zerstreuung nichts
nützen konnten, begaben wir uns aufs Geratewohl zu Schiff,
ohne euch nachzutragen, daß ihr uns nicht früh genug zu Hilfe
gekommen wart. Wir dürfen also dreist behaupten, daß wir
mehr für euch getan haben als ihr für uns. Solange uns
noch zu helfen war, hattet ihr euch nicht blicken lassen. Wir
dagegen hatten keine Stadt mehr, als wir uns aufmachten,
und kaum noch Hoffnung, dermaleinst eine wiederzuhaben, als
wir in den Kampf gingen, und trotzdem haben wir dann doch
auch zu eurer Rettung das Unsrige beigetragen. Wären wir
wie die anderen aus Furcht für unser Land auch zu den
Persern übergegangen, oder hätten wir uns später in unser
Schicksal ergeben und nicht gewagt, die Schiffe zu besteigen,
so konntet ihr mit euren paar Schiffen nur einpacken, und den
Persern wäre alles glatt nach Wunsche gegangen.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.