schickten sie jetzt die erbetene Hilfe nicht mehr wie gern nach
Epidamnos, stellten jedem frei, sich dort anzusiedeln, und ließen
eine Anzahl bewaffneter Amprakier, Leukadier und eigener
Landeskinder zur Besetzung dorthin ziehen. Der Zug ging zu
Lande nach Apollonia, einer korinthischen Kolonie, aus Furcht,
die Kerkyräer könnten ihm den Seeweg verlegen. Die Kerkyräer
aber waren außer sich, als sie von der Ankunft der neuen An
siedler und der Truppen in Epidamnos und der Übergabe der
Kolonie an die Korinther hörten. Sofort sandten sie fünfund
zwanzig Schiffe und bald nachher noch ein zweites Geschwader
nach Epidamnos und verlangten drohend die Wiederaufnahme
der Vertriebenen sowie die Ausweisung der korinthischen Be
satzung und der neuen Ansiedler. - Die aus Epidamnos ver
triebenen Aristokraten hatten sich nämlich inzwischen nach Ker
kyra begeben und hier bei den Gräbern der Vorfahren und
der Stammverwandtschaft um ihre Zurückführung gebeten. -
Die Epidamnier aber wollten von alledem nichts hören. Und
nun eröffneten die Kerkyräer, denen sich jetzt auch die Illyrier
angeschlossen hatten, in Gemeinschaft mit den Vertriebenen,
deren Wiederaufnahme sie verlangten, mit vierzig Schiffen die
Feindseligkeiten gegen Epidamnos. Sie legten sich vor die
Stadt und boten sowohl den Epidamniern selbst wie den Fremden
freien Abzug an, widrigenfalls sie alS Feinde behandelt werden
würden. Als davon kein Gebrauch gemacht wurde, begannen
sie, die Stadt, die auf einer Landzunge liegt, förmlich zu be
lagern.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.