entfloh auS dem Peloponnes zu den Kerkyräern, deren alter
Gönner er war, und als die ihm erklärten, sie könnten ihn
nicht bei sich behalten, weil sie fürchten müßten, sich dadurch
die Feindschaft der Lakedämonier und der Athener zuzuziehen,
ließ er sich von ihnen nach dem benachbarten Festlande über
setzen. Allein die Häscher blieben ihm auf der Spur und ver
folgten ihn auch dahin, und nun wurde er durch einen un
glücklichen Zufall genötigt, grade bei seinem Feinde, dem
Molosserkönig Admetos, einzukehren. AdmetoS selbst war augen
blicklich nicht zu Hause, seine Gemahlin aber nahm ihn in
ihren Schutz und riet ihm, ihr und AdmetoS' kleines Söhnlein
auf den Arm zu nehmen und sich mit ihm auf den Herd zu
setzen. AlS Admetos bald darauf nach Hause kam, gab Themi
stokleS sich ihm zu erkennen und bat ihn, wenn er auch damals,
alS er sich um Hilfe nach Athen gewandt, gegen ihn gesprochen
habe, ihn daS jetzt nicht entgelten zu lassen. ES würde seiner
unwürdig sein, sich hier, wo er wehrlos sei, an ihm zu rächen;
ein edler Mann greife nicht zum Schwerte, wo sein Gegner
nicht in der Lage sei, ihm mit gleicher Waffe zu begegnen.
Auch habe eS sich damals, wo er gegen ihn aufgetreten sei,
ja nur um eine Kleinigkeit und nicht um Leben und Tod ge
handelt; er aber müsse, wenn er ihn jetzt ausliefere, alle Hoff
nung schwinden lassen, mit dem Leben davonzukommen. Und
nun teilte er ihm mit, von wem und weswegen er verfolgt
würde.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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